Bild nicht mehr verfügbar.

Aquarell eines "Etsch-Prachtfalters", gemalt von S. Koster.

Bild: APA/S. Koster/Tiroler Landesmuseum
Innsbruck - Neue Schmetterlingsarten werden fast nur noch in den Tropen entdeckt. Umso überraschender kommt daher die Beschreibung einer weltweit bisher unbekannten Falterart aus Südtirol, wie der Wissenschaftler Peter Huemer von den Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen in Innsbruck am Donnerstag mitteilte. Er kam gemeinsam mit Sjaak Koster vom Nationalmuseum für Naturgeschichte, Naturalis, in Leiden (Niederlande) auf Grund eines bisher falsch zugeordneten Exemplars aus dem Gardaseegebiet auf die Spur der neuen Art.

Weitere Recherchen ergaben, dass dieselbe Art bereits am 14. Juli 1898 vom dänischen Forscher Hedemann bei Bozen gesammelt wurde. Das schon damals als zweifelhaft eingestufte Exemplar wurde im Nationalmuseum für Naturkunde in Bukarest entdeckt. Durch moderne Untersuchungsmethoden wie Präparation der arttypischen Geschlechtsorgane konnte das Vorliegen einer über 100 Jahre ignorierten Art bestätigt werden. Dazu mussten verwandte Arten aus China und den USA ebenso untersucht werden wie Material aus Madagaskar oder Indonesien. Schließlich wurde der neue Prachtfalter jetzt von den Forschern nach dem ersten Fundort - dem Etschgebiet - Cosmopterix athesiae - benannt.

Prachtfalter

Der Schmetterling ist mit etwa einem Zentimeter Flügelspannweite eine zwar kleine, dafür aber prächtige, metallisch glänzende Schmetterlingsart aus der in unseren Breitengraden artenarmen Familie der Prachtfalter. In Österreich gibt es nur 23 Arten dieser Familie, in Italien 39. Erstaunlich ist die weite Verbreitung der neuen Art. Intensive Recherchen der Forscher führten zur Entdeckung weiterer Exemplare in Spanien und Griechenland sowie aus Kamerun und Tansania. Dieses Verbreitungsmuster ist bei Schmetterlingen außerordentlich selten. Eine Verschleppung aus Afrika nach Europa ist jedoch auf Grund des Alters des Südtiroler Exemplars auszuschließen.

Lebensraum

Die Lebensweise der neuen Art liegt weitgehend im Dunkeln. Die Falter sind offensichtlich nachtaktiv und wurden an künstlichen Lichtquellen nachgewiesen. Der Lebensraum scheint stark zu variieren und umfasst in Europa nach heutigen Kenntnissen unterschiedliche Eichenwälder. In Afrika wurde die Art ebenfalls in buschigen Gebieten gesammelt.

In Südtirol wurde der Falter zwar seit 1898 nicht mehr beobachtet, trotzdem ist es wahrscheinlich dass diese Art noch vorkommt. Ansonsten wäre es die erste Schmetterlingsart des Landes die schon bei der Beschreibung ausgestorben wäre. (APA)