Kann ein Staat an Dummheit zugrunde gehen? Na, zugrunde gehen vielleicht nicht, aber sich schwere Wettbewerbsnachteile einhandeln, das wohl. Wer heute nicht in Forschung und Wissenschaft vorne dabei ist, wird abgehängt. Um vorne dabei zu sein, braucht man Vernetzung in der internationalen wissenschaftlichen Community. Das bedeutet auch das Hereinholen von wissenschaftlichem Personal.

Aber unser famoses Fremdenrecht (Copyright: Schwarz-Blau, abgesegnet durch Rot) führt nach Aussage der Rektorenkonferenz dazu, dass "Wissenschafter, die als Gäste an unsere Universitäten eingeladen sind, wie Drogendealer behandelt werden und Studierende, die nach Österreich wollen, wie Gauner" (TU-Vizerektor Hans Kaiser). Unser Niederlassungs- und Aufenthaltsrecht sei das "Gespött der Scientific Community". Unser gesellschaftliches Klima ist geprägt von Angst und Abwehr, vor allem gegen Fremde aus dem "Osten".

Man hat daher Idiotengesetze gemacht, die auch in Idiotenpraxis umgesetzt wurden. Das Leitbild ist der "Homo Westenthaleriensis", da brauchen wir keine ukrainischen Mathematiker und asiatischen Biochemiker. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 7.3.2007)