Wien - Regisseur Pepe Danquart verlangt viel von seiner Crew. "Ihr müsst im neunten Schwierigkeitsgrad klettern können und in der senkrechten Welt des El Capitan zu Hause sein." Bei den Dreharbeiten verbringen die Kamera- und Tonleute bis zu zwölf Stunden mit ihrem Equipment frei im Seil hängend, gut 600 Meter über dem Boden. Mit Kamera und Mikrofon folgen sie den Huberbuam, die den Speed-Kletterrekord an der "Nose", am El Capitan im kalifornischen Yosemite-Nationalpark anpeilen. Normalerweise brauchen Kletterer mehrere Tage für die 1000 Meter hohe Granitwand, der Rekord liegt bei 2:48 Stunden, aufgestellt 2002 von Hans Florine und Yuji Hirayama. Thomas und Alexander Huber haben sich 2:30 Stunden vorgenommen.

Rasanz und Ruhe

Der Film "Am Limit" (Kino-Start am 16. März) zeigt in atemberaubenden Aufnahmen, wie sich die Brüder an diese Extremleistung herantasten, einzelne Passagen trainieren, an der Zeit scheitern, um es immer wieder von Neuem zu probieren. Die Bilder wechseln zwischen rasend schnellen Kletterszenen und ruhigen Interviews, oft auf dem Gipfelplateau geführt, wo die Bergsteiger am Lagerfeuer sitzen und philosophieren. Alexander und Thomas Huber erzählen dann über ihre Angst zu scheitern, über Risikominimierung und die Rivalität unter Brüdern. Ein Schwenk zur Patagonien-Expedition der beiden bestätigt, dass sie zwar als beste Seilschaft der Welt gelten, dass aber auch die beste Seilschaft nicht vor Konflikten gefeit ist.

Immer wieder werden Speed-Läufe durch die senkrechte Wand am El Capitan gezeigt, die in dieser Intensität im Kino noch nie zu sehen waren und selbst Insider beeindrucken. Der Film ist ein spannendes, ehrliches Porträt über zwei hervorragende Kletterer bei ihren Grenzgängen und lässt den Zuschauer fasziniert, ob der gewaltigen Tiefblicke und extremen Kletteraufnahmen, aber auch mit einem leicht flauen Gefühl im Magen zurück. (grab, DER STANDARD Printausgabe 10.03.2007)