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Foto: APA/Barbara Gindl
Wien - In Supermärkten verkaufte Kinder-Getränke sind süß, künstlich und teuer. 48 Produkte aus sieben Handelsketten hat die Arbeiterkammer (AK) im Jänner eingekauft und getestet. Kein Kinderdrink ist wirklich empfehlenswert, so das ernüchternde Ergebnis. "Lediglich zwei teure Wässer wären geeignet, ich kann sie aber nicht mit gutem Gewissen empfehlen", erklärt AK-Ernährungsexpertin Petra Lehner. Diese seien nämlich genauso gut wie Leitungswasser "und das gibt's gratis."

Ungeeignet für Kinder

Als Kindergetränke wurden Produkte eingestuft, die durch Verpackung und Werbung auf die besonders junge Zielgruppe abzielten oder das Wort "Kinder" ausdrücklich auf der Verpackung vermerkt hatten. Acht von zehn Getränken (79 Prozent) stellten sich beim AK-Test als ungeeignet für den regelmäßigen Genuss heraus. Die Drinks waren zu süß, enthielten kritische Zusatzstoffe oder Aromen.

Unnötige Zusatzstoffe

Vier von zehn getesteten Produkten bestanden laut AK zu mehr als einem Zehntel aus Zucker und seien damit zu süß für ein regelmäßiges Getränk. Jeder vierte Drink war zudem durch künstliche Süßstoffe für Kinder ungeeignet. "Fast alle Produkte enthalten unnötige Zusatzstoffe", so Lehner. Nur drei Getränke wiesen keine künstlichen Zusätzen auf. Acht von zehn Drinks waren aromatisiert, mehr als die Hälfte davon künstlich. Bei jedem dritten Produkt wurden keine Angaben zu Kalorien- und Zuckergehalt oder andere Nährwertkennzeichnungen gefunden.

Eingeschränkt empfehlenswert

Nur zwei Produkte (fünf Prozent) stellten sich als geeignete Kindergetränke heraus. Es handelt sich dabei um stille Mineralwasser von Vöslauer und Nestle. Sechs Getränke (16 Prozent) sind durch einen moderaten Zuckergehalt und unbedenkliche Zusätze zumindest eingeschränkt empfehlenswert. Diese Produkte kosten laut Lehner allerdings deutlich mehr als herkömmliche Getränke und Mineralwasser.

Es müsse mehr Schutz beim Kauf von Kinderlebensmitteln geben, forderte die AK. Eltern und Kinder müssten durch Einschränkungen bei Werbung und Marketing vor ungeeigneten Produkte bewahrt werden. Neben Anbietern und Werbern, solle auch die EU in die Pflicht genommen werden. Unter anderem seien Einschränkungen in der Gesundheitswerbung und strenge Regelungen für TV-Werbungen notwendig. (APA)