Der Tod unter der Stadt: Kieltsch (unten), Köck.

Foto: Thomas Rottenberg
Im echten Leben haben Keller wenig mit dem Tod zu tun. Darum führt Walter Kieltsch in der Wiener Habsburgergasse auch ein Wein- und kein Grufti-Lokal ( www.villon.at ). Aber die Faszination von Katakomben fußt halt mehr auf "Nekro-" denn "Öno"-Reizen. Also bat Kieltsch Mittwochabend unter dem Überbegriff "Unterwelt und Tod" in seine fünf Keller: Peter Ryborz, durch seine "Untergrund"-Wanderungen im Wienflussbett bekannt, zeigte Bilder seines Unterwelts-Zykluses, der Filmemacher Thomas Lindermayer präsentierte den Film "Subterra Incognita", der gut zu Julia Solis und Eku Wands Fotoserie "Roma Sottereana" passte - und Guido Hounder las Adalbert Stifters "Gang durch die Katakomben". Und während die Klang- und Bildinstallationen des Bunkerforschers Marcello la Speranza den Keller als "echtes" Bunker-Thema behandelten, passte Harald Köcks "Sixteen Feet Under" eher assoziativ: Die Holztische und Gitterabteile, die Köck da mit Bildern aus der Pathologie umrankte, haben im echten Leben nämlich eine eher lebensfrohe Funktion: als private Weinlager. Aber in Wien gehört derlei eben zusammen. Nicht nur im Keller. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD - Printausgabe, 16. März 2007)