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Die Proteste in und außerhalb von Simbabwe gegen Präsident Mugabe halten an. Im Bild: Demonstranten vor dem Konsulat von Simbabwe in Johannesburg, Südafrika.

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Morgan Tsvangirai konnte am Freitag das Privatspital in Harare verlassen. Es seien kein Schädelbasisbruch oder Gehirnverletzungen festgestellt worden.

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Harare/Johannesburg – Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus hat der in Polizeihaft schwer verletzte simbabwesische Oppositionsführer Morgan Tsvangirai den Westen um Hilfe gebeten. Gleichzeitig gab sich der prominenteste Kritiker von Präsident Robert Mugabe kämpferisch. "Sie haben meinen Körper misshandelt, aber sie werden nie meinen Geist brechen", erklärte Tsvangirai am Freitag in einem Gastbeitrag für die britische Zeitung "The Independent". Ähnlich äußerte er sich vor der Presse. In Südafrika kritisierte der anglikanische Alterzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmund Tutu das Stillhalten der Afrikaner angesichts der Vorgänge im Nachbarland.

Obwohl er im Gefängnis eine "Orgie schwerer Prügel" erlitten habe, werde er sich nicht einschüchtern lassen und weiter für ein freies Simbabwe kämpfen, erklärte Tsvangirai. "Aber ich will kein Märtyrer werden. Bitte helfen Sie uns, um den Wandel zu erreichen." In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters bekräftigte der Politiker, enst Mitstreiter Mugabes, seine Entschlossenheit: "Erst wenn die Menschen ihre Freiheit verlieren, stellen sie fest, wie kostbar die Freiheit ist. Darum geht der Kampf weiter."

Ein Sprecher des Oppositionsführers erklärte, Tvsangirai habe mittlerweile das Krankenhaus in Harare verlassen und wolle sich nun zu Hause erholen. Der Chef der Oppositionspartei Bewegung für den Demokratischen Wandel (MDC) habe nach wie vor Schmerzen und Schwindelgefühle, teilte der Sprecher weiter mit. Frühere MDC-Angaben über einen Schädelbruch bei Tsvangirai haben Ärzte jedoch nicht bestätigt.

Krisengipfel der SADC-Staaten am 26. März

Die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC), ein Zusammenschluss von 14 afrikanischen Staaten, kündigte unterdessen einen Gipfel an, bei dem die Krise in Simbabwe beraten werden sollte. Das Treffen werde am 26. März stattfinden, teilte Tansanias Außenminister Bernard Membe mit. Ort der Krisengespräche ist die tansanische Metropole Daressalam.

Mugabe hatte am Donnerstag Kritik der internationalen Gemeinschaft am Umgang mit der Opposition scharf zurückgewiesen, nachdem bei einer Demonstration gegen die Regierung dutzende Oppositionelle festgenommen worden waren, darunter Tsvangirai. Der wichtigste Oppositionelle war nach zwei Tagen in Polizeigewahrsam am Dienstag in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Europäische Union äußerte sich besorgt über die Lage in dem Land. Die USA brachten weitere Sanktionen als Reaktion auf die jüngste Entwicklung ins Spiel.

Der 83-jährige Mugabe regiert Simbabwe seit der Unabhängigkeit 1980 und hat das Land in den vergangenen Jahren an den Rand des Ruins gebracht. Vier Fünftel der Bevölkerung sind arbeitslos, die Teuerung ist mit 1700 Prozent die höchste weltweit. Opposition und freie Medien leiden seit Jahren unter Repressionen. Die Proteste hatten sich zuletzt erneut verschärft, nachdem Mugabe angekündigt hatte, seine bis 2010 laufende Amtszeit verlängern zu wollen. Tsvangirai rief daraufhin zum Widerstand gegen den Präsidenten auf.

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu forderte die afrikanischen Staaten zu einer deutlichen Kritik auf. "Wir Afrikaner sollten uns schämen", sagte Tutu. "Wie kann es sein, dass dem, was in Simbabwe passiert, kaum ein Wort der Sorge folgt, geschweige denn eine Verurteilung?" fragte der Alterzbischof von Kapstadt. Tutu appellierte an die Afrikaner, sich hinter die Simbabwesen zu stellen, die unter dem gegenwärtigen Regime "fast noch schlechter behandelt werden als ehemals unter rabiaten Rassisten". Südafrika war durch seine verhaltene Reaktion in die Kritik geraten,

Hingegen befürwortete der angolanische Innenminister Roberto Monteiro die harte Haltung von Mugabes Einsatzkräften. Er verurteilte zugleich Angriffe auf Polizisten, die sich nach der brutalen Niederschlagung einer Protestveranstaltung von Regimegegnern am vergangenen Sonntag nach Angaben der Behörden in Simbabwe gehäuft haben. Mindestens sechs Polizisten sollen verletzt worden sein. (APA/Reuters/AP/dpa)