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Markus Prachensky ist gelernter Architekt, trotzdem schon immer Maler und Reisender in der Welt und in der Farbe Rot. Ein unmäßiger Geist und Lebemensch, so scheint es. Körperlich ein Koloss, sieht man ihn laut schnaufend bei der Arbeit, sieht ihn bei lautem Dixie-Jazz im Atelier hantieren, beim Faulsein und bei kulinarischen Ausschweifungen.

Andrea Schurian verfertigte mit "Rot ist die Farbe meines Lebens" (am Sonntag in der Nachtschicht Kultur) ein Porträt zum 75. Geburtstag des Nachkriegsavantgardisten und Mitglieds der Gruppe um die Galerie St. Stephan. Lange Zeit malte er ausschließlich in Rot.

Dass er sich lauthals am Reiz der römischen Antike erfreut, wirkt verstaubt, ganz im Gegenteil zu den künstlerischen Ergebnissen seines Faibles: Seine Freunde attestieren ihm die kreative Kraft eines 18-Jährigen.

Der Film reiht Interviewbrocken des Künstlers, seiner Frau und seiner Freunde zwischen halb informative, halb Phrasen dreschende Kommentare. Skurril wirken Homevideos, die ihn in Restaurants irgendwo auf der Welt zeigen, wo er voller Inbrunst das Essen miserabel findet.

Irgendwann, ganz unvermittelt, wird seine Biografie erzählt. Barockmusik, in Dokus gerne verwendet, um künstlerische Produktivität zu versinnlichen, erscheint unpassend, nachdem der Maler sagt, dass er das Barock verachte.

Schurians Erzählweise flackert dazu unruhig, ein kompakteres und plastischeres Porträt dieses Menschen wäre wünschenswert gewesen. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 19.3.2007)