Wenn Schultern zu Tragflügeln werden: Sebastian Pass in "Wir sind so frei!"

Foto: Frenzel
Irgendwo, zwischen Schwechat und Hölle: Sechs fehlgestartete Flughafenexistenzen ziehen Daseinsschleifen im Alkoholdunst eines eingezäunten Schankbereichs. Am Bühnenzenit versperrt ein Fallschirm die Himmelsflucht, und hinter der Bar leuchtet teufelsrot ein Abstieg ins Bodenlose.

In Renate Schulers viel versprechender Ausstattung verenden also Hoffnungsschimmer - speziell jene der Spukgestalten in Elke Papps "Wir sind so frei". So hat in diesem Auftragswerk für das Theater Forum Schwechat nur der dämonische Wirt (Bruno Reichert) seinen Spaß und lässt sein Umfeld im "Sturm" ersaufen. Diesen Qualitäten verfallen u. a. Martina Spitzer als ewig aufbruchslaunige Jetsetterin, Sebastian Pass und Petra Jeup.

Unter den prämierten Regiehänden von Susanne Lietzow wollen sich aber die sozial-surrealistischen Stimmungsbilder aus der Schwechater Stadtgeschichte nicht recht entfalten: Ein Übermaß an Luftraummetaphern schwadroniert in Papps Text, und die Figurenkonstellation ist allzu mechanisch verschränkt. Damit bleibt der Abend hinter größeren Erwartungen zurück. (pet/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20. 3. 2007)