Harald Fidler Wien - 107 Zeitschriften haben nach STANDARD-Infos Publizistikförderung für 2006 bekommen. Der Hauptausschuss des Nationalrats behandelt die Subvention demnächst für Blätter, die seltener als wöchentlich erscheinen und der staatsbürgerlichen Bildung dienen. Überschaubare 353.302,43 Euro wurden unter der Hundertschaft aufgeteilt.

Die Academia des Kartellverbandes zählt mit rund 5600 Euro zu den bestgeförderten, wenige wie Put der Burgenlandkroaten und das Reformierte Kirchenblatt bekommen etwas mehr.

Das linke Akin indes musste sich die Förderung Jahr für Jahr vor Gericht erkämpfen. Diesmal versucht der Beirat, das mit der Minisubvention von 1560 Euro zu umgehen.

Die Altkatholische Kirchenzeitung bekommt 3354 Euro wie die sozialdemokratische Zukunft, der sportliche Ballesterer, der antirassistische Context XXI, die schwulen Lambda Nachrichten. Diesmal deutlich reduziert: die Subvention eines Folders der Aktion Leben.

Erstmals gefördert wurden etwa das Filmmagazin Ray und das Indie Magazin. Abgelehnt hat der Beirat die orange Zeit im Spiegel und die Monatsrevue: Bei beiden konnte er keine wirtschaftliche Notwendigkeit erkennen, sie zu fördern.

Ablehnen musste der Beirat auch das türkischsprachige Öneri und das arabische Alam Al-Ghad: Nur Zeitschriften in deutscher oder anerkannten Minderheitensprachen sind zu fördern, sagt das Gesetz.

"In einem vielsprachigen Österreich überholt", findet Marie Ringler, Kultursprecherin der Wiener Grünen und neu im Beirat. Eine Novelle müsse die Sprachgrenze ebenso beseitigen wie die Bedingung, mehr als 50 Prozent der Auflage zu verkaufen. Die Fördersumme sei lächerlich - und "gehört verdoppelt". (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 26.3.2007)