Mit dem neuen Programmpaket Creative Suite 3 (CS3) schließt die kalifornische Softwarefirma Adobe die Übernahme des ehemaligen Kontrahenten Macromedia ab und bereitet sich auf einen verstärkten Wettbewerb mit Microsoft vor. Für die Kunden, professionelle Gestalter der Kreativbranche, hat sich die Fusion von Adobe und Macromedia gelohnt. Sie erhalten das Beste aus den beiden ehemals getrennten Softwarehäusern.

Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unseren Programmen genau den Nerv der Anwender treffen."

"Microsoft ist ein ernst zu nehmender Wettbewerber, aber wir sind in einer durchaus fortgeschrittenen Situation", sagt Adobe-Manager Michael Fahrngruber im Gespräch. "Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unseren Programmen genau den Nerv der Anwender treffen." Im Januar führte Microsoft die Web-Design-Software Expression Web ein, zwei weitere Anwendungen der Reihe sollen im Juli folgen.

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Zur ausgedehnten Software-Familie der Adobe Creative Suite 3 gehören insgesamt zwölf verschiedene Anwendungen, die aufeinander abgestimmt sind und je nach Zielgruppe zu verschiedenen Ausgaben gebündelt werden. Dabei unterscheidet Adobe die beiden Hauptrichtungen "Design" und "Web", die jeweils in einer Standard- und einer Premium-Edition mit dem PDF-Programm Acrobat angeboten werden. Hinzu kommen noch eine "Production"-Edition und eine umfassende "Master Collection". Erscheinen wird die CS3 im zweiten Quartal. Die aktuellen Beta-Versionen geben schon jetzt einen Eindruck von den Neuerungen.


Bild: Photoshop CS3

Bei der Bildbearbeitung bietet der Photoshop CS3 eine Reihe zusätzlicher Werkzeuge und Funktionen, die häufig eingesetzte Arbeitsgänge beschleunigen. In den "Web"-Ausgaben der CS3 ist aber auch das ehemalige Macromedia-Programm Fireworks weiter mit dabei - es ist weniger umfangreich als Photoshop, bietet aber einige spezielle Funktionen für das Gestalten von Fotos auf Webseiten. Sollen keine Pixel, sondern Vektorgrafiken bearbeitet werden, kommt der Illustrator zum Einsatz.

Traumweber

Für das Web-Design enthält die CS3 eine neue Version des von Macromedia entwickelten Dreamweavers. Adobe folgt damit den Wünschen der meisten Web-Designer, die schon bei der Bekanntgabe der Übernahme im April 2005 mehrheitlich für den Dreamweaver plädierten. Das von Adobe entwickelte GoLive soll aber als Einzelprodukt weiter angeboten werden und erscheint zusammen mit der CS3 ebenfalls in einer neuen Version. Zu den interessantesten Neuerungen beim Dreamweaver gehört Spry, eine von Adobe entwickelte Plattform für die Ajax-Technik. Ajax verbindet XML-Daten mit JavaScript und ermöglicht die Entwicklung von interaktiven Web-Seiten, die trotz der Anbindung umfangreicher Datenbanken erstaunlich schnell im Browser erscheinen.


Bild: Der neue Dreamweaver

Die ebenfalls von Macromedia übernommene Flash-Software war bisher schon weit mehr als ein Werkzeug für die Entwicklung von Trickfilmen für die Einbindung in Webseiten. Mit einer neuen Version der Skriptsprache ActionScript 3.0 präsentiert sich Flash CS3 nun als umfassende Entwicklungsumgebung für multimediale Web-Anwendungen. Photoshop- und Illustrator-Dateien können importiert werden, außerdem wurden mehrere Flash-Werkzeuge verbessert.

Flash Lite

Für die Darstellung auf den kleinen Bildschirmen von Mobiltelefonen und anderen tragbaren Geräten wurde das spezielle Format Flash Lite entwickelt. Damit man gleich sehen kann, wie eine Anwendung auf dem Handy-Display zur Geltung kommt, enthält die CS3 das Programm Device Central. Hier werden die Bildschirme von Handys simuliert, so dass Webseiten, Flash-Filme oder Fotos daran angepasst und getestet werden können. Mit Blick auf unterschiedliche Lichtbedingungen simuliert Device Central auch Hintergrundbeleuchtung und Sonneneinstrahlung. In der Beta-Version sind erst einige wenige Profile von mobilen Geräten verfügbar. Zur Einführung der CS3 sollen es dann mehr als 200 Geräte sein.

Für Windows und Mac

Die Preise für die Pakete beginnen bei 999 Euro für die Ausgabe "Web Standard" (mit Dreaweaver, Contribute, Flash und Fireworks) und reichen bis 2.999 Euro für die "Master Collection". Die Creative Suite 3 gibt es sowohl für Windows (XP und Vista) als auch für den Mac (ab OS 10.4). (APA)