Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/Hauswirth
Kittsee - Im nordburgenländischen Kittsee hat der Osterhase seine Arbeit schon getan: Knapp zwei Wochen vor dem Fest werden im Werk der Firma Hauswirth noch die letzten Schokolade-Hasen gewickelt und verpackt. Der Familienbetrieb produziert die Süßwaren mittlerweile in der dritten Generation. "Wenn man unsere Osterhasen hintereinander aufstellt, würde es eine Strecke vom Bodensee bis zum Neusiedler See ergeben", so Geschäftsführer Roman Hauswirth im Gespräch mit der APA.

Begonnen hat alles mit der Eröffnung einer Konditorei in Wien nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Großvater Franz Hauswirth. Schokoladeosterhasen wurden früher, als es die heutigen Lebensmittelketten noch nicht gab, hauptsächlich in Konditoreien verkauft, schildert Roman Hauswirth: "So sind wir Produzenten von Schokoladefiguren geworden und haben uns auf diesen Teil spezialisiert." Das Torten- und Cremeschnittenbacken gehört mittlerweile der Vergangenheit an.

Wiener Ableger

In den sechziger Jahren begann langsam die Rückübersiedlung nach Kittsee: "Ganz am Anfang sind die ersten Figuren unter der Woche im Extrazimmer des Gasthauses Hauswirth gewickelt worden." Als die Gänseweide als Industriegrund aufgeschlossen wurde, erwarb der Großvater ein Grundstück, wo der Betrieb in den folgenden Jahren sukzessive wuchs, schildert der Geschäftsführer. Die Übersiedelung sei selbst heute noch nicht ganz abgeschlossen. In Wien gebe es noch immer ein kleines Exportbüro, das zeitweise besetzt ist.

Speziell in der Zeit seines Vaters sei der Betrieb gewachsen, so Hauswirth. Ohne den EU-Beitritt Österreichs wäre die Firma mit dem Vater "quasi in Pension gegangen", da die notwendigen Investitionsschritte für den kleinen Markt Österreich gar nicht möglich gewesen wären, meint der Unternehmer. Mit den Jahren sei dann eine Spezialisierung erfolgt. Während sich die Produkte für den Konsumenten kaum geändert hätten, habe sich die Art und Weise der Erzeugung und speziell die Verpackung stark modernisiert.

Heute beschäftige der Betrieb in der Saison - von September bis zwei Wochen vor Ostern - 100 bis 150 Mitarbeiter, außerhalb dieses Zeitraumes sind es zwischen 50 und 70. Osterware, die am Gründonnerstag im Supermarkt liegt, muss vorher produziert und angeliefert werden: "Deshalb ist cirka zwei Wochen vor Ostern bei uns eigentlich Saisonschluss", kurzfristige Aufträge würden aber immer wieder für Kunden realisiert.

"Wir liefern regelmäßig etwa in 25 Länder", stärkster Markt sei das Gebiet der ehemaligen Donaumonarchie, meint der Unternehmer. Kunden gebe es aber etwa auch in Kanada, Südafrika und Australien. Der Hauptteil der Produktion entfällt auf Schokolade-Hohlkörper wie Osterhase und Nikolo. Diese Saisonartikel seien in der Produktpalette noch immer am wichtigsten, gefolgt von Schokobananen. Daneben werden noch Gelee-Produkte und Früchte in Schokolade wie Rohkost und Rumpflaumen produziert.

Selbst hergestellte Milchschokolade

Nikolo und Osterhase werden aus selbst hergestellter Milchschokolade gefertigt, die Schokobananen werden in zartbittere, dunkle Schokolade getunkt. Hatte noch vor gut zehn Jahren das Weihnachtsgeschäft mehr Anteil, habe sich dies mittlerweile zu Gunsten von Ostern gewandelt, schildert Hauswirth: "Speziell die Krampusfigur verliert an Bedeutung", sie werde zusehends von Halloween-Artikeln als Süßware abgelöst. Die Akzeptanz in der Bevölkerung dafür sei aber noch sehr schwach.

Heuer im Sommer soll eine neue Schokobananen-Straße in Betrieb gehen, erläutert Hauswirth die Pläne des Familienbetriebes. Die Investition soll rund drei Mio. Euro betragen, ein "großer Brocken" für das Unternehmen. Auch die Abnehmer des Schokoladeproduzenten hätten sich verändert: Heute müsse man entweder supermarktgerecht produzieren - auch im Hinblick auf den Preis, "oder man hat sehr wenig Chancen, weil der Kleinhandel an Bedeutung stark verloren hat." (APA)