Die Teilnahme an einer Einkaufsplattform im Internet kann heimischen klein- und mittelständischen Händlern, die massiv in Konkurrenz mit den "Großen" stehen, das Überleben sichern. Persönliche Beratung im Ladengeschäft ist Onlinen-Shoppern aber auch sehr wichtig. Das geht aus einer im Auftrag der Online-Einkaufsplattform Geizhals.at von der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführten Umfrage hervor, bei der im Jänner 110 der 900 auf der Preisvergleich-Plattform gelisteten Händler zu Trends im Online-Handel befragt wurden.

Signifikantes Umsatzplus

80 Prozent der befragten Händler haben seit der Teilnahme bei Geizhals.at ein signifikantes Umsatzplus von im Schnitt 30 Prozent verzeichnet, die Hälfte verbuchte auch ein Gewinnwachstum von im Schnitt 19 Prozent, geht aus der Umfrage hervor. 80 Prozent der Händler haben neben dem Internet-Auftritt auch ein Ladengeschäft, nur ein Fünftel betreibt reinen Online-Handel.

Das Betreiben eines Ladengeschäfts ist aber weiterhin wichtig

"Der Fachhandel sieht kein Überleben ohne Internet-Präsenz, das Betreiben eines Ladengeschäfts ist aber weiterhin wichtig, da es Vertrauen schafft", betonte Studienautorin Claudia Klausegger vom Institut für Marketing-Management an der WU Wien am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Das Internet sei aus Sicht der Fachhändler eine Chance gegen die Großflächenanbieter, zumal im Web auch ein größeres Sortiment als im kleinen Fachgeschäft sowie eine Chance für Nischenanbieter geboten werden könne. Der Trend zum "kombinierten Kauf" halte weiterhin an: Viele Kunden informieren sich online, kaufen die Ware aber vor Ort im Geschäft oder bestellen online und holen die Ware vor Ort ab.

Zugesperrt

"Ohne Internet hätte ich garantiert schon zugesperrt", sagte der Chef des Wiener Fachhändlers Megaelektro, Gerhard Kloihofer. Das Internet sei eine Chance, gegen Große zu bestehen, aber ganz ohne Ladengeschäft gehe es auch nicht, zumal die Beratung sehr wichtig sei. "Früher war das Internet für die kleinen Fachhändler ein Feindbild, heute könnten viele ohne Internet gar nicht überleben", betonte der Chef des Fachhändlers Kurz und gut, Erich Kurz.

Transaktionsumsatz von 660 Mio. Euro

Geizhals.at ist eigenen Angaben zufolge mit 1,7 Mio. Zugriffen im Monat und einem jährlichen Transaktionsumsatz von 660 Mio. Euro die führende österreichische Online-Einkaufsplattform. Der Anbieter von Preisvergleichen im Internet finanziert sich durch Händlerbeiträge, für Konsumenten ist die Benutzung gratis. Das Potenzial der Plattform liege bei 3 Mio. Online-Shoppern in Österreich, sagte Unternehmenssprecherin Vera Pesata. 80 Prozent der Geizhals.at-User seien Männer, Wachstumschancen gebe es daher bei Frauen und den über 60-Jährigen.

"Das ist ein beträchtlicher Betrag

Geizhals.at-Händler erzielen pro Kunde im Schnitt einen Umsatz von 304 Euro. "Das ist ein beträchtlicher Betrag. Geizhals-User sind keine Geizhälse, sondern preisbewusst", so Klausegger. Die Geizhals-Betriebe verbleiben im Schnitt 2,3 Jahre auf der Plattform und sind typische Klein- bis Mittelbetriebe, die im Schnitt seit 14 Jahren bestehen und maximal eine Filiale betreiben. Die meisten Geizhals-Händler – 30 Prozent – sind in Wien, gefolgt von der Steiermark (13 Prozent), die geringste Geizhals-Händlerdichte ist in Vorarlberg (6 Prozent). Den höchsten Umsatz über Geizhals.at erzielen die Händler im Bereich IT, gefolgt von Unterhaltungselektronik, Haushaltsartikeln und Foto.(APA)