Der Titel führte einen leider auf eine falsche Fährte gepaart mit den daraus folgenden enttäuschten Hoffnungen. Megacities titelte am Donnerstag die erste einer dreiteiligen Serie auf 3sat, in der New York porträtiert wurde.

Gemäß dem Trailer und dem Titel konnte man sich einen inhaltliche Schwerpunktsetzung auf die Phänomenologie wuchernder Städte erwarten – die anderen beiden Teile behandeln Kairo und, nächsten Donnerstag, Shanghai – und wie sich derlei Megacities managen lassen, entwickeln und so weiter. Aber nicht.

Stattdessen reihte sich dieser erste Teil eher fantasielos unter jene mit Klischees spielenden Dokus ein, die man gerade über das oft und gerne als "Hauptstadt der Welt" titulierte New York bereits öfter als ein Mal gesehen hat.

Beliebig wurden Menschen präsentiert, die – wie originell! – die krassen Unterschiede dieses lebenden und lebendigen Klischees einer Stadt unterstreichen sollten. Also erlebte man einen seit zehn Jahren im Big Apple lebenden Immobilienmakler, der verstaubten Yuppie-Talk der Marke "Hier kann es jeder schaffen, wenn er nur an sich glaubt", absonderte.

Dass das selbe auf andere Art auch für Bewohner der weniger glamourösen Bezirke der Stadt gilt, durfte – megaoriginell – eine alleinerziehende Schwarze aus der Bronx belegen, die trotz widrigster Umstände ihr Leben in New York bewältigt. Da schau her!

Der Rest waren ein Wall Street Broker, ein bisserl Donald Trump und ein ehemaliges Gang-Mitglied, das jetzt aber Drogen und Gewalt bäh findet und stattdessen lieber gratis in HipHop-Videos herumtanzt. Dazu vernahm man immer wieder: "New York is a state of mind". Der wurde nur leider nicht vermittelt. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 31.3./1.4.2007)