Ein König, der die Vögel das Singen lehrt: Ein grandioser Martin Winkler als George III.

Foto: Husar
Wer sonst kann solche Laute aus sich herausschlagen? Der Abend gehörte Martin Winkler, dem stimmgewaltigen und darstellungsbegabten George III in Peter Maxwell Davies' Eight Songs for a Mad King . Der Bassbariton beweist - nach dem Gastspiel in Lyon - nun der Wiener Kammeroper, wie ausdrucksstark er die suggestiven Klangmassierungen, die expressionistischen Farben und die mikrostrukturelle Rhetorik des Operneinakters darzustellen vermag. Ganz in Weiß spielen die Instrumentalisten unter Daniel Hoyem-Cavazza auf der gerahmten Bühne (Inszenierung: Nicola Raab, Ausstattung: Duncan Hayler), in ihrer Mitte den - ja, klar - in einem Vogelkäfig agierenden Hauptdarsteller. Davies' Vertonung der Lyrik von Randolph Stow und George III ermöglicht einen ständigen Perspektivwechsel, ohne an Atem und Zugkraft einzubüßen. Die erste Hälfte des Abends brachte die Uraufführung der Bühnenversion von "When She Died. Events following the death of Diana" von Jonathan Dove, als TV-Oper in England ein Publikumsmagnet. (henn/ DER STANDARD, Printausgabe, 31.3./1.4.2007)