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Foto: APA/DPA/Pleul
Wien - Die österreichische Forschungsquote, also die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), wird heuer auf 2,54 Prozent (2006: 2,47 Prozent) ansteigen. Das prognostiziert die Statistik Austria in ihrer am Montag veröffentlichten Schätzung der Forschungsausgaben. Diese werden demnach gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent auf 6,834 Mrd. Euro steigen.

37,4 Prozent (2,55 Mrd. Euro) der Gesamtausgaben werden von der öffentlichen Hand finanziert, 46,7 Prozent (3,19 Mrd. Euro) von der Wirtschaft, 15,5 Prozent (1,06 Mrd. Euro) vom Ausland und 0,4 Prozent vom privaten gemeinnützigen Sektor. Von den F&E-Mitteln der öffentlichen Hand entfällt mit rund 2,13 Mrd. Euro das Gros auf den Bund. 351 Mio. Euro kommen von den Bundesländern, 71 Mio. Euro von anderen öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden, Kammern, Sozialversicherungsträgern.

Bund legt stärker zu als Wirtschaft

Gegenüber dem Vorjahr sind die Aufwendungen des Bundes mit plus 12,9 Prozent am stärksten gewachsen, die Ausgaben der Wirtschaft stiegen um 8,8 Prozent. Jene des Auslands - überwiegend von mit österreichischen Firmen verbundene europäische Unternehmen, die Österreich zum Forschungsstandort gewählt haben, sowie Rückflüsse aus den EU-Forschungsprogrammen - blieben praktisch unverändert (plus 0,7 Prozent). Die F&E-Aufwendungen der Bundesländer sanken dagegen um 1,3 Prozent.

Verglichen mit dem durchschnittlichen jährlichen BIP-Wachstum der Jahre 1998 bis 2007 von 3,8 Prozent sind die F&E-Gesamtausgaben mit plus 8,1 Prozent deutlich stärker angestiegen. Das jährliche Wachstum der F&E-Finanzierung durch den Bund lag in diesem Zeitraum bei durchschnittlich 7,7 Prozent, jenes der Wirtschaft bei 9,4 Prozent.

In die aktuelle Schätzung der F&E-Ausgaben sind die endgültigen Ergebnisse der F&E-Erhebung der Statistik Austria über das Berichtsjahr 2004 eingeflossen. Dieses weist für den Vergleichszeitraum 2002 bis 2004 eine deutliche Zunahme der F&E-Leistungen des Wirtschaftsbereichs inklusive Ausland auf, wobei der Eigenfinanzierungsanteil der Unternehmen stark angestiegen und der Anteil der Auslandsfinanzierung etwas zurückgegangen ist.

Über EU-Schnitt

Mit diesen Forschungsausgaben liegt Österreich deutlich über dem EU-Schnitt, wobei für diesen Vergleich allerdings nur Daten aus dem Jahr 2005 vorliegen: Damals betrug die österreichische Forschungsquote 2,42 Prozent, der EU-15-Durchschnitt 1,91 Prozent und der EU-25 Schnitt 1,85 Prozent.

Mit 2,54 Prozent wird das von der früheren schwarz-blauen Regierung formulierte Ziel, bis 2006 eine Forschungsquote von 2,5 Prozent zu erreichen, um ein Jahr später erreicht. Am Ziel einer Forschungsquote von 3 Prozent bis 2010 hält auch die neue SP-VP-Regierung fest. (APA)