Wien - Gesundheits- und Familienministerin Andrea Kdolksy hat am Mittwoch angekündigt, dass es ab nächstem Jahr mehr Geld für kinderreiche Familien geben werde. Gleichzeitig stellte sie bei den Beratungen über ihr Budget im Budgetausschuss eine Kampagne für die Vorsorgeuntersuchung in Aussicht.

Höhere Unterstützung für kinderreiche Familien

Neben der Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes werde es ab 1. Jänner 2008 auch eine höhere Unterstützung für kinderreiche Familien geben, erklärte Kdolsky laut Parlamentskorrespondenz. Konkret ist eine Anhebung des Zuschlags zur Familienbeihilfe für das dritte und jedes weitere Kind geplant. Gleichzeitig soll die Einkommensgrenze für den einkommensabhängigen Mehrkindzuschlag erhöht werden. Insgesamt werden damit laut Kdolsky 36 Mill. Euro mehr für kinderreiche Familien zur Verfügung stehen.

Die Familienministerin sprach sich grundsätzlich für eine Valorisierung der Familienleistungen aus, gab aber zu bedenken, dass dies nur nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeiten erfolgen könne.

Vorsorgeuntersuchungen

Im Gesundheitsbereich will Kdolsky mehr Menschen animieren, zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Sie verwies darauf, dass die Vorsorgeuntersuchung mit der Unterteilung in verschiedene Altersbereiche zwar vor kurzem auf neue Beine gestellt wurde, dennoch müsse etwas gegen das starke Ost-West-Gefälle getan werden. Während in Vorarlberg 80 Prozent der Menschen dieses Angebot annehmen, sind es im Burgenland nur 20 Prozent. Es sollen daher Kampagnen entwickelt werden, um aktiv auf die Menschen zuzugehen und um sie vom Nutzen der Vorsorgeuntersuchung zu überzeugen. Da sie gerade von der Altersgruppe 40plus schlecht angenommen wird, habe man überlegt, die Vorsorgeuntersuchung in die betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen zu integrieren, teilte die Gesundheitsministerin mit.

Gesundheitsbudget

Für Gesundheit kann Kdolsky heuer 665,4 Mill. und nächstes Jahr 679,1 Mill. Euro ausgeben. Die Einnahmen werden in der Höhe von 59,2 Mill. bzw. 58,7 Mill. Euro erwartet. Für Familie und Jugend sind heuer Ausgaben von 5,96 Mrd. und Einnahmen von 5,53 Mrd. Euro vorgesehen, im Jahr 2008 stehen Ausgaben von 6,02 Mrd. Einnahmen von 5,64 Mrd. Euro gegenüber. Der Großteil des Budgets - 5,53 Mrd. heuer und 5,64 Mrd. Euro 2008 - wird dabei vom Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) verwaltet. Der FLAF wird auch in den kommenden beiden Jahre deutlich im Minus bleiben. Das Defizit wird mit voraussichtlich 419 Mill. heuer und 368,7 Mill. Euro nächstes Jahr allerdings geringer ausfallen als in den Jahren 2005 und 2006. Überschüsse erwartet Kdolsky im FLAF bei gleich bleibenden Rahmenbedingungen voraussichtlich erst wieder im Jahr 2013. (APA)