Wir essen mit den Augen, sagen die Köche und nehmen uns das Weiße aus denselben, wenn es um die Bezahlung der essbaren Kleinodien geht. Es regieren wie immer Angebot und Nachfrage: Solange jemand bereit ist, für ein Patzerl Buntes auf einem großen Teller 30 Euro hinzulegen, sollen die Köche dies ruhig verlangen.

Was die Preisentwicklung in der Gastronomie der jüngsten Vergangenheit mit dem Thema Auto zu tun hat? Nun, es ist Frühling, und es wird das Auto geputzt. Wer es verkaufen will, der sollte es gleich ordentlich aufputzen. Denn das kann Bares Geld bringen, möglicherweise mehr, als für die Putzaktion aufgewandt wurde.

Schätzt ihn höher

Das Magazin "Autobild" ließ testweise eine vieräugige Mercedes E-Klasse von einem Aufbereitungsprofi bis in alle Ritzen und Poren reinigen. Ein Gutachter taxierte den Wert des Wagens daraufhin um 1000 Euro höher ein als ein anderer Sachverständige, der das Objekt zuvor im ungereinigten Zustand vor sich hatte.

Nun kann man ein Wochenende an Arbeitszeit plus eine gar nicht kleine Euro-Summe in Pflegemittel sowie Pflegewerkzeug investieren und die Sache Generalreinigung selbst in Angriff nehmen.

Kann sich rechnen

Es gibt aber auch Spezialisten. Diese arbeiten normalerweise für Autohäuser oder Kfz-Auktionen, denn der Handel kennt die Tricks mit Schminken und Einduften ja schon länger. Doch auch für Privatverkäufe könnte sich ein Besuch lohnen.

Nun soll hier natürlich nicht dem unlauteren Versuch das Wort geredet werden, eine sprichwörtliche Leiche zu schminken. Wenn das Auto jedoch technisch relativ in Ordnung ist, können sich 200 bis 300 Euro, die man beim Kosmetiker mitunter hinlegen muss, durchaus beim Endergebnis rechnen. Ein Besuch beim (Haar-)Friseur kostet ja manchmal ebenso viel. Hört man. (szem, AUTOMOBIL, 20.4.2007)