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Foto: APA/DPA/Nietfeld
Frankfurt/Detroit - Die Beschäftigten bei Chrysler könnten einem Zeitungsbericht zufolge ein eigenes Übernahmeangebot für die angeschlagene US-Tochter von DaimlerChrysler abgeben. Damit soll verhindert werden, dass der Autobauer in die Hände von Finanzinvestoren falle, berichtete das "Wall Street Journal Europe" am Freitag.

Die US-Autogewerkschaft UAW berate über die Auflage eines Belegschaftsaktienprogramms, bei dem sich die Mitarbeiter mit 70 Prozent am Unternehmen beteiligen würden. Der Mutterkonzern würde dabei die restlichen Anteile halten. Die Chrysler-Mitarbeiter würden den Einstieg demnach mit Kürzungen der Sozialleistungen und anderen Abstrichen finanzieren.

Job-Abbau befürchtet

UAW und deutsche Arbeitnehmervertretungen wollten eine Übernahme durch Finanzinvestoren verhindern, weil für diesen Fall mit der Streichung von Arbeitsplätzen sowie Abschlägen bei den Löhnen und anderen Leistungen gerechnet werde. Über eine Übernahme von Chrysler verhandeln laut Presseberichten bereits die Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus sowie der kanadische Automobilzulieferer Magna. Der Investmentfonds Tracinda des US-Milliardärs Kirk Kerkorian legte vor Ostern ein Übernahmeangebot für Chrysler vor.

Der japanische Konkurrent Toyota erklärte unterdessen, er habe kein Interesse an einer Übernahme von Chrysler. Sein Unternehmen habe für eine Expansion des Geschäfts keinerlei Interesse an Zukäufen, sagte Toyota-Chef Katsuaki Watanabe am Donnerstag (Ortszeit) in Detroit. Watanabes Unternehmen könnte bald auf Platz eins der Autohersteller weltweit vorrücken und dabei General Motors hinter sich lassen. Auf Spekulationen, wonach Toyota in diesem Jahr einen neuen Rekordgewinn anpeilt, ging Watanabe nicht ein. Toyota will bis 2010 die Fertigungskapazitäten in Nordamerika auf annähernd 2,2 Millionen Pkw und Lkw ausbauen, was der Größenordnung der Chrysler-Produktion entspricht. (APA)