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Wien - Der börsenotierte Verbund-Konzern konnte im ersten Quartal 2007 erneut ein Rekordergebnis erzielen. Die Umsatzerlöse stiegen um 3,7 Prozent auf 812,2 Mio. Euro, das operative Ergebnis konnte um 12,1 Prozent auf 239,7 Mio. Euro verbessert werden, das Konzernergebnis um 36,1 Prozent auf 188,2 Mio. Euro, teilte der Verbund heute, Dienstag, ad hoc mit. Ziel für das Gesamtjahr 2007 sei es, das operative Ergebnis gegenüber 2006 um 10 Prozent zu steigern, als 806,5 Mio. Euro erzielt worden waren.

Zusätzlich beabsichtige der Verbund für 2007 eine weitere Erhöhung der Dividende. Für 2006 wurden 0,75 (0,50) Euro je Aktie gezahlt. Die Verbund-Aktie hatte gestern, Montag, um 3,72 Prozent auf 36,20 Euro zugelegt. Der Ausblick für das Gesamtjahr 2007 sei trotz des schwierigen Marktumfeldes positiv.

Der Verbund liegt mit den heute bekannt gegebenen Zahlen im Rahmen der Erwartungen, bei Nettogewinn und Umsatz leicht darüber. Analysten hatten im Mittel ein Ebit von 240,5 Mio. Euro, einen Nettogewinn von 178,8 Mio. Euro und einen Umsatz von 798,8 Mio. Euro erwartet.

EBIT-Marge gestiegen

Die EBIT-Marge des Verbund stieg im ersten Quartal von 27,3 Prozent auf 29,5 Prozent, die EBITDA-Marge von 32,8 Prozent auf 35,0 Prozent. Der Verschuldungsgrad sank weiter von 91,5 Prozent auf 71,1 Prozent. Der operative Cash-Flow verschlechterte sich hingegen - bedingt durch aperiodische Zahlungsflüsse der eingesetzten Energiederivate - um 44,1 Mio. Euro auf 197,8 Mio. Euro.

Der langjährige Anstieg der europäischen Großhandelspreise für Strom wurde Ende letzten Jahres gebrochen und es kam vor allem bei den Spotmarktpreisen zu einer deutlichen Reduktion, die sich auch im Quartal 1/2007 fortsetzte. Durch die konsequent verfolgte Hedging-Strategie - etwa 60 Prozent des erzeugten Stroms wurden bereits im Jahr 2006 auf einer Year-ahead-Basis für 2007 verkauft - konnte der Verbund die durchschnittlichen Absatzpreise trotz der Korrektur der Großhandelspreise weiter erhöhen. Positiv auf das Ergebnis wirkte darüber hinaus auch die um 420 GWh höhere Eigenerzeugung, heißt es in der Mitteilung weiter.

Auslandsstromerlösanteil leicht gesunken

Beim Anstieg der Konzernumsatzerlöse des Verbund im 1. Quartal um 3,7 Prozent auf 812,2 Mio. Euro legten die Stromerlöse um 8,6 Prozent auf 728,8 Mio. Euro zu. Der Anteil der auf Auslandsmärkte entfallenden Stromerlöse lag bei 63,7 (67,6) Prozent, geht aus dem Quartalsbericht hervor. Wichtigste ausländische Absatzmärkte waren Deutschland (76 Prozent Anteil), Frankreich (12 Prozent) und Italien (5 Prozent).

Der Zuwachs des mengenmäßigen Stromabsatzes betrug im Jahresabstand 472 GWh oder 3,5 Prozent. Die gesamte Stromabgabe des Verbund lag damit im 1. Quartal bei 13.811 (13.339) GWh. Der Erzeugungskoeffizient verbesserte sich auf 1,01 (0,83).

Wegen besserer Wasserführung bei Laufkraftwerken und stärkerem Einsatz der Jahresspeicherkraftwerke stieg die Stromaufbringung aus Wasserkraft um 23,8 Prozent auf 5.561 GWh. Die Erzeugung aus thermischen Einheiten sank wegen der niedrigen Spotmarkt-Preise hingegen um 36,5 Prozent auf 1.130 GWh. Die Gesamterzeugung des Konzerns lag mit 6.690 GWh um 6,7 Prozent über Vorjahr, der Anteil der Wasserkraft betrug 83 Prozent.

Das Endkundengeschäft des Verbund in Österreich wuchs um 11 Prozent bzw. auf rund 76.000 heimische Endkunden zu Ende des 1. Quartals. Der Absatz an Endkunden verringerte sich dagegen um 30,2 Prozent auf 743 (1.065) GWh. An Händler stagnierte er bei 6.255 GWh (+0,3 Prozent), an Weiterverteiler legte er um 13,4 Prozent auf 6.313 GWh zu.

Gestiegener Personalaufwand

Der Personalaufwand stieg im 1. Quartal um 3,5 Prozent auf 71,9 Mio. Euro. KV-Erhöhungen von 2,55 Prozent seien teils durch Verringerung des Personalstands um 22 auf 2.407 Mitarbeiter kompensiert worden.

Das Ergebnis der at equity bilanzierten Beteiligungen stieg auf 48,8 (27,4) Mio. Euro. Ursache dafür waren laut Verbund deutlich höhere Ergebnisse der Steweag-Steg sowie der Sorgenia SpA.

Durch einen weiteren Rückgang der verzinslichen Nettoverschuldung verringerte sich das Net Gearing per 31.3. im Jahresabstand von 91,5 auf 71,1 Prozent. Die verzinsliche Nettoverschuldung (Net Debt) sank auf 1,586 (1,898) Mrd. Euro.

Die internationalen Aktivitäten hat der Verbund im 1. Quartal d.J. weiter ausgebaut. Mit der führenden türkischen Finanz- und Industrieholding Sabanci wurde ein Joint-Venture fixiert: Bis 2015 soll die gemeinsame Erzeugungsgesellschaft "EnerjiSA", an der sich der Verbund zur Hälfte beteiligen wird, über eine installierte Leistung von 5.000 MW verfügen. Abhängig von der Öffnung des türkischen Strommarktes sollen auch Stromverteilnetze erworben werden, auch der Einstieg in den Endkundenmarkt ist geplant. Zusammen will man mindestens 10 Prozent Marktanteil am Strommarkt erreichen. (APA)

(APA)