Foto: Peter Lang
Zuerst kommt das Bild, dann erst die Realität - und was das für "die Anderen" bedeutet, stellt Patricia Birungi in ihrem Buch "Rassismus in Medien" ausführlich und theoretisch fundiert dar. Sie geht dabei insbesondere auf Schwarze Menschen in Österreich ein, (wobei "Schwarz", wie im Theoriediskurs üblich, groß geschrieben wird, um auf die Konstruktion der Kategorie "Rasse" aufmerksam zu machen).

Birungi stellt in ihrem Buch, das auf ihrer Diplomarbeit beruht, die theoretischen Diskussionen zur Symbiose von Medien und Rassismus dar. Sprachlich durchaus komplex behandelt sie zunächst das Thema der Wirkung von Medien, um dann auf die Geschichte des Rassismus einzugehen und gängige Vorurteile sowie Stereotype gegenüber "Schwarzen" Menschen aufzuzeigen. Die Bedeutung von Sprachkritik und antidiskriminierendem Sprachgebrauch zeigt sie an Beispielen wie den "Zehn kleinen Negerlein" auf.

Abgerundet wird die Darstellung von den Ergebnissen einer von ihr durchgeführten Focus-Group-Analyse zur Darstellung von Schwarzen in Sitcoms im ORF. Insgesamt: Engagiert, umfassend, wenn auch stilistisch stellenweise trocken, eignet sich das Buch für alle, die immer schon nach Argumenten gegen rassistischen Sprachgebrauch und die negative Darstellung von Schwarzen Menschen in den Medien gesucht haben.

Etwas eigenartig mutet allerdings das Vorwort an, wenn Prof. DDDr. Mag. Erwin Riefler nahtlos vom Antisemitismus im Mittelalter zum Ku-Klux-Klan, den "Schwarzen Intellektuellen" Martin Luther King und Gandhi zu Karl Poppers Kampf gegen den Klassenkampf, der Vergangenheitsbewältigung der Türkei und dem Atombombenabwurf wechselt. (wpl)

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