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Die derzeitige Ausbildung an der Pädagogischen Akademie ist für die Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl "bei weitem nicht ausreichend" um die Lehrer für das Gesamtschulsystem zu wappnen.

Foto: apa/pfarrhofer
Wird Wien bis 2009 zu einer Modellregion für die Gesamtschule werden? "Dafür ist eine gemeinsame vollakademische Ausbildung aller Lehrerinnen und Lehrer notwendig. Das sieht das jetzige Akademiestudiengesetz aber nicht vor, weil die ehemalige Bildungsministerin Gehrer das nicht wollte. Das wird man nicht bis zu einem Modellfall Wien 2009 lösen," sagt die Wiener Stadtschulratpräsidentin Susanne Brandsteidl im Gespräch mit derStandard.at. Am Dienstag ließ die Wiener Bildungsstadträtin Grete Laska mit der Aussage aufhorchen, bis 2009 die Hauptschulen und die Unterschulen der Gymansien zusammenlegen zu wollen.

Akademische Lehrerausbildung notwendig

Die derzeitige Ausbildung an der Pädagogischen Akademie ist für die Stadtschulratspräsidentin "bei weitem nicht ausreichend" um die Lehrer für das Gesamtschulsystem zu wappnen. "Die Umwandlung der Akademien in Hochschulen ist doch nur ein Wechsel des Türschild", sagt Brandsteidl. "Da ist eine dringende Reform in der Lehrerausbildung notwendig und die ist nur mit einer gemeinsamen akademischen Ausbildung möglich."

Unterschiede in der Lehre

Das sieht Christoph Neuner, Vorstand der Hochschülerschaft der Pädagogischen Akademie in Wien anders. "Natürlich ist das Endziel eine gemeinsame Ausbildung aller Lehrer, aber ich bin überzeugt, dass es mit der Umwandlung zu Hochschulen eine Verbesserung der Lehrerausbildung geben wird."

Dass sich bei der Gesamtschule an der Art des Unterrichts für die Lehrer besonders viel ändern würde, glaubt Neuner nicht. "In Übergangssituationen wird es immer Probleme geben, aber ich denke, dass die Ausbildung an der PädAk sehr gut ist und der Umstieg für die Lehrer nicht dramatisch viel ändern würde. Es gibt heute sehr viele Lehrer, die zum Beispiel Mathematik in einer AHS und ein einer Hauptschule unterrichten, da ist gar nicht so viel Unterschied." Neuner glaubt, dass ein bundesweites Gesamtschulenmodell in Österreich vor 2020 nicht realisierbar ist.

Derzeit steht Brandsteidl in Verhandlungen mit Bundesministerin Schmidt. Besprochen wird dabei was sich in Wien am jetzigen System für ein Gesamtschulmodell ändern müsste und nennt drei wesentliche Faktoren:

  • Die Lehrerausbildung und die unterschiedlichen Besoldungssysteme.

  • System der inneren Differenzierung: "Wir müssen den Eltern die Angst nehmen, dass hier alle Schüler in eine Klasse gesteckt werden. Das funktioniert nicht. Es muss Leistungsgruppen geben. Nach Abschluss der Gesamtschule wären die Schüler nur für ganz bestimmte Ausbildungen berechtigt. Alles andere ist nicht tragbar", sagt Brandsteidl.

  • Das Problem der Raumfrage: Schulen der Stadt Wien und Schulen des Bundes müssen sich einigen, wie man die Räumlichkeiten benutzen kann. "Meiner Meinung nach ist das aber das geringste Problem, diese Einigung kann schnell gefunden werden." (gum/derStandard.at, 25. April 2007)