Heftig reagierte auf die Ankündigungen von "PharmaService" der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Heinrich Burggasser, im Gespräch mit der APA. "Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln ist in Österreich verboten. Wir werden Testkäufe machen. Sollten wir das verifizieren können, werden wir klagen", sagte er unter anderem.

Verboten

Es sei eben nach wie vor so, dass in Österreich Pharma-Versandhandel verboten sei. Deutschland habe sich aus dem ehemals vorhandenen Verbot "verabschiedet", die Alpenrepublik stehe aber weiterhin dazu. Peter Gundacker und seine Partner würden einfach den Unterschied zwischen der Mehrwertsteuer auf Medikamente in Lettland und in Österreich ausnutzen: "In Lettland haben sie fünf Prozent Mehrwertsteuer auf Medikamente. Wir haben 20 Prozent. Das teilt er auf. (...) Ich finde das unmoralisch."

Paket für Sie

Dass man per Internet bestelle und die Arzneimittel dann per DHL bekomme, sei eindeutig als Versandhandel anzusehen. Burggasser: "Und wenn ein Apotheker in Österreich beteiligt ist, ist das erst recht Versandhandel im Inland. Das ist überhaupt verboten. (...) Wenn Herr Gundacker glaubt, das Gesetz biegen zu müssen", werde er eben geklagt werden.

Kein Interesse

Der Kammerpräsident erkundigte sich jedenfalls im Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger über allfällige Kontakte der Kassen mit dem Pharma-Händler. Fazit laut Burggasser: "Die höchstrangigen Vertreter des Hauptverbandes haben mir gegenüber versichert, dass es hier kein Interesse gibt."

Keine generelle Abgabe

Auch eine generelle Abgabe von Medikamenten durch Ärzte abseits der ärztlichen Hausapotheken wäre in Österreich derzeit nicht möglich. Der Standesvertreter: "Ärzte sind zur Distribution von Arzneimitteln außerhalb der ärztlichen Hausapotheken nicht berechtigt. Auch der Verkauf von Arzneimitteln an Ärzte außer für den persönlichen Bereich ist absolut verboten." Im einem anderen Fall werde man auch hier rechtliche Schritte unternehmen. (apa)