Wien - Auch wenn sich die Wiener über die sommerlichen Temperaturen freuen, für die Marathonläufer können Temperaturwerte bis zu 25 Grad Celsius am Sonntag zur Tortour werden. "Der Körper ist beim Laufen in einer Art fiebrigen Zustand, man schwitzt viel und verliert viel Flüssigkeit", weiß Profiläuferin Eva-Maria Gradwohl. Gerade bei wärmeren Temperaturen ist das Trinken das Um und Auf, meinte die Marathonexpertin bei einer Präsentation von neuen Sonnenbrillen im APA-Gespräch.

"Den Wasserhaushalt sollte man vorher richtig antrinken, den Körper mit Mineralstoffen versorgen", sagte Gradwohl. "Die Körperflüssigkeit darf nicht eindicken. Denn wenn das Blut schlecht durch die Adern fließt, kommt es zum Energie- und Leistungsverlust." Viel trinken während des Laufes ist daher unheimlich wichtig. Aber auch das will gelernt sein. "Das Trinken bei der Bewegung, das muss man trainieren. Kann man das nicht, ist es besser, stehen zu bleiben und Flüssigkeit zuzuführen. Lieber verliert man zwei Sekunden, bevor man zu wenig trinkt", rät die Läuferin. Um den Körper von außen runterzukühlen, kann man auch Wasser über den Körper schütten.

"Zu einem Wettkampf sollte man nie nüchtern oder hungrig antreten - die letzte große Mahlzeit muss aber etwa drei Stunden zurückliegen", empfahl die Sportlerin. Vor dem Laufen ist kohlenhydratreiche Kost am besten. Gradwohl warnt vor dem großen Irrtum, vor oder während des Laufs Obst wie Bananen zu essen. "Das ist gefährlich wegen des Fruchtzuckers. Zuerst steigt das Insulin an und fällt dann später wieder", sagt Gradwohl. Dann kommt es zum großen Leistungsdruck. "Den Zucker sollte man erst zuführen, wenn man weiß, dass man zehn Minuten vor dem Ziel ist."

Beim Laufen spielen die Schuhe eine wesentliche Rolle. "Sie müssen dem Laufstil, der Fußform, dem Gewicht und dem Gelände angepasst sein." Bei Hitze ist die Kleidung noch wichtiger: "Sie muss atmungsaktiv sein, damit die Flüssigkeit vom Körper weg geht", sagt Gradwohl. Denn wenn das nasse Gewand reibt, kommt es zu Scheuerstellen.

Wichtig ist bei Hitze und Sonne auch die Brille. "Das ständige Blenden, wenn man vom Licht in den Schatten kommt und umgekehrt, ermüdet das Auge. Das nimmt Energie. Und gerade bei Wettkämpfen muss man bis zum Schluss reaktionsfähig sein", erklärte die Sportlerin. "Da zählt jede Sekunde." Zudem schütze eine Brille vor Wind, Staub und Insektenflug. (APA)