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Anwalt Ainedter: "Wer kontrolliert, die Beisl-Polizei?"

Foto: AP/Zak
STANDARD: Die Wirtshauszigarette soll per Gesetz ausgedämpft werden. Was sagen sie dazu?

Ainedter: Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es kein Gesetz braucht, sondern dass es der Markt selber regeln soll. Vor allem ärgere ich mich über Falschmeldungen, dass eine Mehrheit ein Gesetz will.

STANDARD: Werden die Raucher jetzt kriminalisiert?

Ainedter: Natürlich. Und das ist auch die Absurdität, dass der Staat an diesem absolut legalen Genussmittel zwar fett verdient, aber jetzt die Gesetzeskeule kommt. Unsere Plattform will nicht das Rauchen fördern oder gar die Nichtraucher auch nur irgendwie diskriminieren. Es geht ausschließlich darum, ob es ein Gesetz braucht. Vor allem: Wer soll das kontrollieren - eine eigene Beisl-Polizei?

STANDARD: Aber haben nicht auch die Nichtraucher ein Recht auf Schutz?

Ainedter: Aber selbstverständlich. In jedem öffentlichen Gebäude soll das Rauchen ganz strikt verboten sein, aber dort, wo keiner gezwungen ist hinzugehen, bitte nur auf absolut freiwilliger Basis.

STANDARD: Ist es realistisch, dass sich Raucher und Nichtraucher bald die Friedenspfeife reichen?

Ainedter: Das ist unser Anliegen. Wir gehen ja nicht auf die Nichtraucher los, es ist klar umgekehrt. Es ist eine absolute Hysterie ausgebrochen, und man fühlt sich als Raucher derzeit permanent verfolgt. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD Printausgabe, 28./29.4.2007)