Bagdad - Im Irak hat es Sonntagabend und Montag wieder Anschläge gegeben. In Bagdad sind weitere vier US-Soldaten und ein irakischer Übersetzer ums Leben gekommen, wie die amerikanischen Streitkräfte am Montag mitteilten. Damit stieg die Zahl der im April im Irak getöteten US-Soldaten auf mindestens 103. Das ist die bisher höchste Zahl in diesem Jahr. Im Dezember waren 113 Amerikaner ums Leben gekommen.

Bei einem Autobombenanschlag in der südirakischen Stadt Basra wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak mindestens 25 Menschen getötet. Andere Quellen berichteten hingegen nur von fünf Todesopfern. Wie Aswat al-Irak unter Berufung auf offizielle Angaben weiter berichtete, wurden bei den Attentat viele Menschen verletzt. Gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) sei eine Autobombe in der Nähe eines Restaurants detoniert.

Bomben entschärft

Zwei weitere Autobomben wurden nach Angaben der Polizei noch rechtzeitig entdeckt und von Experten entschärft. In der Gegend des Explosionsortes im Westen von Basra befinden mehrere Restaurants, in denen häufig Anhänger des radikalen schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr verkehren.

In Bagdad wurden drei Soldaten den Angaben zufolge am Sonntag bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe getötet. Der Anschlag kostete auch den irakischen Übersetzer das Leben. Ein vierter Soldat kam bereits am Samstag bei einer Schießerei im Osten der irakischen Hauptstadt ums Leben.

Anschlag auf Schule verhindert

Nach Militärangaben verhinderten US-Soldaten am gleichen Tag in Taramija nördlich von Bagdad einen Anschlag auf eine Mädchenschule. Es war laut US-Armee das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass Sprengsätze auf dem Gelände der Schule gefunden wurden, die in den kommenden Wochen nach einer Renovierung hätte eröffnet werden sollen.

Der Wiederaufbau des Iraks ist laut einem US-Bericht wegen anhaltender Gewalt und Korruption auf absehbare Zeit nicht von den Irakern allein zu bewältigen. Der Wiederaufbau, der bisher bereits fast 400 Milliarden Dollar (293 Milliarden Euro) gekostet hat, sei von Ungewissheit und Verzögerungen geprägt, heißt es in dem 210-seitigen Bericht des Generalinspekteurs für den Wiederaufbau im Irak, der am Montag in Washington veröffentlicht werden sollte.

Prekäre Lage

Insbesondere die Sicherheitslage sei prekär. Zwar sei die Zahl der Anschläge zurückgegangen, doch seien sie inzwischen verheerender und hätten stärkere Auswirkungen auf das öffentliche Leben, heißt es in dem Papier. Die Korruption nehme zu: Betrug und Machtmissbrauch, von dem fast jedes Ministerium betroffen sei, führten zu jährlichen Verlusten von mehr als fünf Milliarden Dollar.

Die schwerwiegendsten Verstöße seien in den Ministerien für Öl, Inneres und Verteidigung registriert worden. Generalinspekteur Stuart Bowen erklärte, die irakische Regierung übernehme zwar eine größere finanzielle Last, dennoch werde die Unterstützung durch die USA auf absehbare Zeit "relativ robust" bleiben. (APA/AP/dpa)