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Greenpeace-Aktivisten mit einem riesigen Drachen, auf dem ein Genmais-Monster abgebildet ist

Foto: APA/DPA/Pleul
Brüssel/Den Haag - In der Europäische Union ist neuerlich eine amerikanische Lieferung einer in Europa nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Sorte aufgetaucht. Die EU-Kommission in Brüssel bestätigte am Montag Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace, wonach eine Ladung der illegalen Mais-Sorte in den Niederlanden entdeckt wurde. Ein Sprecher von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel erklärte, die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit habe die Sorte Anfang April für gesundheitlich unbedenklich befunden.

Gleichwohl handle es sich um eine illegale Einfuhr, welche die niederländischen Behörden in die USA zurückschicken müssten, sagte der Sprecher. Die EU-Kommission habe im zuständigen Expertenausschuss für 8. Juni eine Abstimmung über die Zulassung des Gen-Mais in der EU beantragt. Nach Angaben von Greenpeace handelt es sich bei der im Hafen von Rotterdam nachgewiesenen Sorte um den Bt-Mais Herculex von Pioneer/Dow Agrosciences. Dieser ist gegen den Schädling "Maiswurzelbohrer" resistent. Es sei fraglich, ob der Gen-Mais auch in Irland abgeladen wurde, wo das Schiff Zwischenstation gemacht hatte, erklärte Greenpeace.

Greenpeace forderte erneut ein völliges Einfuhrverbot für US-Agrarprodukte, die mit nicht genehmigten gentechnisch veränderten Organismen verseucht sein könnten. Innerhalb der vergangen zwei Jahre habe es mindestens vier solcher Lieferungen nach Europa gegeben, schätzt die Umweltorganisation. Erst im Vorjahr hatte die EU-Kommission strikte Gentechnik-Kontrollen für Importe von Langkornreis aus den USA verhängt. Grund dafür war eine Verunreinigung mit einer nicht genehmigten Gen-Reissorte von Bayer. (APA)