Düsseldorf - E.ON-Chef Wulf Bernotat scheint einem Bericht zufolge trotz der gescheiterten Übernahme des spanischen Versorgers Endesa auf eine zweite Amtszeit hoffen zu können. Am kommenden Donnerstag, vor der Hauptversammlung des deutschen Unternehmens, will der Aufsichtsrat nach Informationen des Düsseldorfer "Handelsblatts" (Mittwochausgabe) über die Top-Personalie beraten und Klarheit schaffen. Am Montagabend habe schon der Personalausschuss des Kontrollgremiums getagt. Ein Sprecher des Unternehmens habe den Termin allerdings nicht bestätigen wollen.

Bernotat hatte mehr als ein Jahr lang erbittert um die Übernahme von Endesa gerungen, musste sein Prestigeobjekt Anfang April aber verloren geben. Kritiker würden ihm mangelndes Fingerspitzengefühl im Umgang mit der spanischen Regierung vorwerfen, die den Vorhaben des deutschen Konzerns von Anfang an kritisch gegenüberstand, schrieb das Blatt.

Bernotat sei es allerdings gelungen, die mit dem italienischen Energiekonzern Enel und dem spanischen Baukonzern Acciona erzielte Einigung, die E.ON zumindest Teile von Endesa sichert, noch als Erfolg zu verkaufen. Deshalb gebe es kaum Zweifel an einer Vertragsverlängerung. Bernotats Vertrag läuft Ende April 2008 nach fünf Jahren aus. (APA/AP)