Wien - Autobahn-Vignetten könnten schon bald per Kamera kontrolliert werden. Die Asfinag testet derzeit ein von Siemens entwickeltes System, das die Windschutzscheibe filmen und so die Gültigkeit der Vignetten überprüfen soll. Ein erster Versuch wird in der zweiten Jahreshälfte 2007 über die Bühne gehen. Die Kosten betragen rund 230.000 Euro pro Anlage.

"Ein Foto von einer Windschutzscheibe bei schönem Wetter zu machen ist nicht schwer", erklärt Marc Zimmermann von der Asfinag. Viel komplizierter werde es jedoch, wenn diese Scheibe nass oder verschmutzt ist, es regnet oder gerade schneit. Zusätzliches Problem: Wird die Kamera feinfühlig genug sein, um unter vielen, eng aneinander geklebten Vignetten die richtige zu erkennen?

Zum Einsatz sollen die Kameras dort kommen, wo besonders viel Verkehr ist und eine Ableitung durch Kontrolleure kaum möglich ist - also zum Beispiel auf der Südost-Tangente. Hie und da wurden dort die Geräte schon für kurze Zeit montiert, die meiste Zeit verbringen sie derzeit aber noch in den Labors.

Mehr Vignettensünder Im Rahmen der Testphase in der zweiten Jahreshälfte werde allerdings noch nicht gestraft, bekräftigte Zimmermann. Etwa 80 Prozent der Vignettensünder kommen aus dem Ausland. Ansonsten sind nur etwa zwei Prozent aller Autofahrer ohne Mautpickerl unterwegs. Sie sorgen für einen jährlichen Verlust von fünf Millionen Euro. Im Vorjahr ist die Zahl der Vignettensünder um 20 Prozent gestiegen. (APA)