ORF-Infodirektor Elmar Oberhauser griff Mittwoch im Publikumsrat den bürgerlichen Stiftungsrat Franz Medwenitsch an, weil der die ORF-Reform tags zuvor "misslungen" genannt hatte. "Eine Beleidigung von einigen hundert oder tausend Mitarbeitern" knurrte der Direktor. Medwenitsch habe "entweder keine Ahnung oder einen parteipolitischen Auftrag zu erfüllen. Beides kann ich nicht akzeptieren." Publikumsratschef Erich Weißmann empfand das als "Ihr Trotteln, halt’s den Mund": "Ich lass mir von Ihnen nicht den Mund verbieten." ORF-General Alexander Wrabetz übernahm die Verantwortung für die nicht durchschlagende Programmreform und kündigte mehr Infotainment in "Wie bitte?", Info-Ersatz für "Julia" um 17.30 Uhr in ORF 2, eine "thematische Verbreiterung" von "Szene", gescheitere Programmierung und verbessertes "Mitten im 8en" an. ORF-Linie zum miesesten Monatsmarktanteil der Geschichte (wie berichtet 37,9 Prozent): Qualität kostet Quote. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 3.5.2007)