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2005 musste Ancelotti am Pokal vorbei marschieren.

Foto: APA/EPA/ Zennaro
Mailand - Seit Mittwochabend ist sie perfekt, die Neuauflage des legendären Champions-League-Finales 2005 in Istanbul. AC Milan und Liverpool treffen am 23. Mai in Athen aufeinander und die Mailänder, am Mittwoch glänzender 3:0-Sieger gegen das entzauberte Manchester United, haben nur eines im Sinn: Rache. "Istanbul tut noch immer weh. Aber jetzt ist die Chance zur Revanche gekommen", weiß Milan-Trainer Carlo Ancelotti.

"Beste Halbzeit meiner Amtszeit"

Vor allem die vor der Pause gegen ManU gezeigte Leistung war selbst für einen sechsfachen Meistercup- bzw. Champions-League-Sieger herausragend. Ancelloti sprach sogar von der "besten Halbzeit meiner Amtszeit, das war perfekt". Und diese dauert seit November 2001 und beinhaltet u.a. drei CL-Final-Teilnahmen. Die Treffer im strömenden Regen im ausverkauften Meazza-Stadion erzielten Kaka, Clarence Seedorf und Alberto Gilardino.

"Das ist ein Ziel, auf das wir hingearbeitet haben. Dieses Finale zu erreichen, war härter als die zweimal davor", erklärte Ancelotti, dessen Team wieder einmal die Frage aufwarf, wieso es im Vergleich zur Serie A in internationalen Partien immer wieder zumindest einen Gang zulegen kann. Eine Klasse für sich war wieder Kaka, der Brasilianer hält nun bereits bei 10 Treffern in der laufenden CL-Saison.

Erfahrung und Routine

In den vergangenen Jahren war Milan immer wieder als "zu alt" abgeschrieben worden, denn Leistungsträger wie Dida, Seedorf, Massimo Oddo, Alessandro Nesta, Filippo Inzaghi und Paolo Maldini sind allesamt älter als 30. Erfahrung, Routine und Eingespieltheit dürften aber gerade in der Finalphase der Millionenliga unbezahlbar sein. Das sieht auch ManU-Manager Alex Ferguson so.

"Man braucht sich nur das Milan-Team anschauen. Sie spielen seit vielen Jahren zusammen. Das ist in den entscheidenden Momenten immens wichtig." In der Startelf von Mittwoch standen gleich acht Akteure, die auch beim gewonnen CL-Finale 2003 gegen Juventus mit von der Partie waren. "Meinen Team fehlt diese Erfahrung vollkommen. So etwas erreicht man nur, wenn man ein Team zusammenwachsen lässt", so Ferguson, dessen Team nach dem 3:2-Sieg im Hinspiel mit dem Gesamtsocre von 3:5 scheiterte.

Ferguson: "Sie waren frischer"

Der Schotte erkannte aber die tolle Leistung der "Rossoneri" neidlos an: "Sie waren frischer als wir und haben fantastisch gespielt." Seine Stars wie Wayne Rooney oder Cristiano Ronaldo blieben blass. "Aber sie konnten in Mailand viel lernen", meinte Ferguson.

Sehr viel gelernt hat Milan mit Sicherheit am 25. Mai 2005. Damals hatten die Mailänder im CL-Finale gegen Liverpool zur Pause durch Tore von Maldini (1.) und Hernan Crespo (39., 44.) 3:0 geführt, mit einer sensationellen Aufholjagd und Toren durch Steven Gerrard (54.), Vladimir Smicer (56.) und Xabi Alonso (60.) brachte sich Liverpool aber in die Verlängerung und ins Elferschießen. Dort zog dann Keeper Jerzy Dudek den Milan-Kickern endgültig den Nerv.(APA/Reuters)