Das Trinken bis zur Bewusstlosigkeit bei Jugendlichen soll endlich Geschichte werden. Geht es nach Ansicht der SPÖ, sollte wie beim Rauchen auch ein Maßnahmenpaket gegen das "Komasaufen" geschnürt werden. Dieses soll mittels Bewusstseinsschulungen präventiv bereits bei Kindern ihren Einsatz finden. Die SPÖ sieht mehr Sinn in einer Aufklärungskampagne als in der Bestrafung. Ein entsprechender Antrag wurde bereits im Parlament eingebracht, sagten die Initiatoren.

Gesellschaftsdroge

Gegen das Rauchen seien bereits Maßnahmen gesetzt worden. "Zum Thema Alkohol ist die Politik noch ziemlich schweigsam", meinte SPÖ-Abgeordnete Melitta Trunk. Alkohol werde in Österreich noch immer als Gesellschaftsdroge gesehen, sagte SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen. "Und er ist in Österreich leicht zu bekommen und vor allem billig." Muttonen hob hier besonders so genannte Flatrate- oder All-You-Can-Drink-Parties hervor, die die Jugendlichen geradezu zum Trinken anwerben. "So etwas gehört verboten", meint auch Ronald Gutharc vom Innenstadtlokal "Zum Kuchldragoner" und Mitglied der IG Bermudadreieck. Leider gebe es aber auch in seinem Viertel schwarze Schafe, so der Gastronom.

Nicht "cool"

"Trinkfestigkeit darf nicht als eine gute Eigenschaft gelten", sagte Muttonen. Es müsse bereits Kindern klar gemacht werden, dass betrunken sein, nicht "cool" sei. Es gebe Beispiele, wo mit der frühen Bewusstseinsbildung von Sucht gute Erfolge erzielt wurden. Die Kinder heutzutage hätten etwa ein viel besseres Umweltbewusstsein, als noch die Generationen davor, nannte Muttonen als Beispiel. Die SPÖ wünsche sich neben der Präventionsarbeit auch der Verzicht der Gastronomie auf Flatrate-Parties sowie eine Vereinheitlichung der Jugendschutzbestimmungen in Österreich, um die Einhaltung und Kontrollen zu verbessern. (APA)