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Derzeit verfügen nach Branchen-Schätzungen in Österreich nur etwa 6.000 Häuser Solarstrom-Anlagen.

Foto: APA/dpa/Waltraud Grubitzsch
Ispra/Wien - Sonnenenergie wird in Österreich in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Bei einer detaillierte Untersuchung des EU-Forschungslabors für Umwelt (Joint Research Centre) im italienischen Ispra haben sich für Solar-Strom-Anlagen in den Alpenregionen von Feldkirch bis hinein in den Wiener Wald ähnliche Rentabilitätswerte ergeben wie für Solaranlagen im südlichsten Spanien. Vor wenigen Tagen hat die EU ihre Forschungsergebnisse jetzt für alle gratis im Internet veröffentlicht.

Nach den EU-Untersuchungen erreicht die Sonneneinstrahlung in den Hügel- und Bergregionen Österreichs eine Intensität von bis zu 2.000 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Auch wenn ausgerechnet an den "Tagen der Sonne" am Freitag und am Samstag Regenwolken am heimischen Himmel dominieren, scheint die Sonne damit bei uns so stark wie kaum anderswo in unseren Breitengraden.

Solarzellen werden günstiger

In manchen Regionen mit besonders hoher Sonneneinstrahlung erreicht der Preis für eine Kilowattstunde Solarstrom damit schon jetzt durchaus wettbewerbsfähige 15 bis 20 Cent. Zum Vergleich: Konventioneller Strom aus der Steckdose kostet derzeit 15 bis 17 Cent je Kilowattstunde - Tendenz steigend. Im nächsten Jahrzehnt erwarten die Forscher, dass sich der Preis für Solarzellen auf ein Drittel reduzieren wird.

"Wenn Solarzellen ein Massengeschäft werden sollen, wird sich der Preis für eine Kapazität von einem Kilowatt von heute 6.000 bis 7.000 Euro bis 2020 auf 1.000 bis 2.000 reduzieren müssen", sagte Arnulf Jäger Waldau, Experte für erneuerbare Energie in Ispra. Eine private Anlage hat im Durchschnitt eine Kapazität von 1 bis 5 Kilowatt. Eine Anlage hält derzeit etwa 30 Jahre.

Ob sich die Ausgaben für einen individuellen Haushalt rechnen, kann sich auf der neuen EU-Internet-Seite jeder selbst ausrechnen. Die EU-Forscher haben dafür detaillierte Daten von Sonnentage bis hin zu Bergschatten zusammengetragen. Unter erhält man für sein Haus eine genau Statistik, wie stark die Sonneneinstrahlung am Standort ist.

Derzeit verfügen nach Branchen-Schätzungen in Österreich nur etwa 6.000 Häuser Solarstrom-Anlagen. Die installierte Kapazität liegt derzeit bei bescheidenen 30 Megawatt, erklärte der Geschäftsführer des Verbands Photovoltaik Austria, Gerhard Fallent. Nach Meinung des Verbandes könnte bis 2020 ein Drittel des heimischen Stromverbrauchs durch Solarenergie gedeckt werden.

Wachtumspotenzial

Auch die EU-Forscher messen der Solarenergie unter den alternativen Stromquellen das größte Wachstumspotenzial bei. Sie gehen davon aus, dass der gewonnene Strom aus Sonnenkraft in der EU bis 2020 von heute 2,5 auf 150 Terrawattstunden ansteigen wird. Der Solar-Anteil am europaweiten Gesamtenergiebedarf soll damit auf 6,2 Prozent ansteigen.

Die EU investiert rund 50 Mio. Euro pro Jahr in die Solarzellen-Forschung. Ein Schwerpunkt liegt derzeit etwa darin, teure Silizium-Zellen durch Kunststoffzellen zu ersetzen. Das Institut für Organische Solarzellen an der Universität Linz ist daran federführend beteiligt. (APA)