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Die Polizisten der Spezialeinheit CRS (hier im Einsatz bei einer Feuerwehr-Demo) werden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Foto: APA/epa/Jean-Philippe Ksiazek
Paris - Zur zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist die Polizei in zahlreichen Vorstädten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Ziel sei es, mögliche Ausschreitungen bei einem Sieg des konservativen Ex-Innenministers Nicolas Sarkozy zu verhindern, hieß es vor dem Wochenende aus Polizeikreisen. "Es gibt weder Vorboten noch einen Anstieg alarmierender Informationen, aber wir sind in den Vorstädten wachsam und beobachten die radikalen Bewegungen der extremen Linken." Ohne Details des Einsatzplans zu nennen, sprachen Polizisten und Gendarmen von einem "Maximal"-Aufgebot in einigen Vierteln.

Im Herbst 2005 hatte es in Frankreich landesweite Unruhen in den häufig von Einwanderer-Familien bewohnten Vorstädten gegeben. Anlass war der Tod von zwei Jugendlichen im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, die sich auf der Flucht vor der Polizei in einem Transformator versteckten und dort durch Stromschläge starben.

Beamte bestritten Verfolgung

Die Beamten bestritten zuerst, dass sie die Jugendlichen verfolgt hätten und wurden erst im Dezember 2006 von der Überwachungsinstanz "Inspection Generale des Services" anhand von aufgezeichneten Funksprüchen überführt worden, wie Le Monde damals berichtete.

Aufgeheizt war die Stimmung dort schon länger, weil der damalige Innenminister Sarkozy straffällige Vorstadt-Jugendliche als "Abschaum" ("racaille") bezeichnete und Viertel "mit dem Kärcher" von Kriminellen befreien wollte. Sarkozy geht am Sonntag als Favorit in die Stichwahl um die Präsidentschaft gegen die Sozialistin Ségolène Royal.

Nach der ersten Wahlrunde am 22. April, aus der Sarkozy als Sieger hervorging, war es in den Vorstädten ruhig geblieben. Die Sorge vor Ausschreitungen habe sich damals als "unbegründet" erwiesen, hieß es bei Polizeivertretern. Auch davor hatte es bei den Sicherheitskräften die Befürchtung gegeben, dass Sarkozys Einzug in die Stichwahl "Gegenreaktionen provozieren könnte".

Für der Wahl am Sonntag richtet sich das Augenmerk der Polizei besonders auf das einstige Unruhe-Département Seine-Saint-Denis nordöstlich von Paris und vor allem Städte wie Clichy-sous-Bois oder Montfermeil, wo die Unruhen begonnen hatten. Anrainer sagen schon seit Wochen, dass sie einen neuen Gewaltausbruch fürchten. Vertreter von Vorstadt-Organisationen erklärten, bisher gebe es aber keinerlei Anzeichen von Gewalt bei der zweiten Wahlrunde am Sonntag. (APA)