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Investmentbanker Wolfgang Flöttl

Foto: APA/Pfarrhofer
Wien - Der Investmentbanker Wolfgang Flöttl, Mitangeklagter im BAWAG-Verfahren, habe bei einer Befragung durch die Staatsanwaltschaft in Bratislava über die Spekulationsverluste bei der BAWAG 170 von 450 Mio. Euro im Jahr 2000 erlittenen Verlusten nicht belegen können. Das erklärte Bernd Träxler, Vorstandsassistent bei der Finanzmarktaufsicht (FMA), am Freitag bei seiner Befragung vor dem Banken-Untersuchungsausschuss im Parlament.

SPÖ-Abgeordneter Kai Jan Krainer sowie der Grüne Abgeordnete Werner Kogler hatten Träxler, der in der FMA für BAWAG-Angelegenheiten zuständig war, dazu näher befragt. Träxler war damals bei der Befragung von Flöttl durch Staatsanwalt Georg Krakow in Bratislava als FMA-Vertreter anwesend. "Die Vorlage von Unterlagen war für Flöttl höchst sensibel", schilderte Träxler heute. Deshalb habe dieser offenbar Bratislava gewählt, um eine Beschlagnahme dieser Unterlagen zu verhindern. Nach Medienberichten hatte dieses Treffen im Juli 2006 stattgefunden.

Rolle der Finanzmarktaufsicht verteidigt

ÖVP-Abgeordneter Heribert Donnerbauer verteidigte die Rolle der Finanzmarktaufsicht. Bei der Befragung durch Donnerbauer schilderte Träxler, dass er ab Sommer 2005 in der FMA für die BAWAG zuständig gewesen sei. Seit 1. April 2007 sei er Assistent des FMA-Vorstands. "Ich habe eine Bank übernommen, wo es keine aufsichtsrechtlichen Bedenken gab", so Träxler. Aus seiner Sicht sei es damals nicht erforderlich gewesen, Umstände aus dem Jahr 2001 im Jahr 2005 noch einmal näher zu beleuchten. "Das erscheint mir nachvollziehbar", kommentierte Donnerbauer.

Der Grüne Abgeordnete Bruno Rossmann interessierte sich für die Unterlagen zur Verschmelzung der BAWAG mit der P.S.K. "Hatten Sie nicht den Eindruck, dass hier ein schwaches Unternehmen mit einem starken fusioniert wurde", fragte er Träxler, der dies verneinte. Dass ein 1,5 Mrd. Euro-Kredit im Zuge der Umgründung von der BAWAG hinauf in die AVB (Anteilsverwaltung BAWAG) verlagert wurde, war für Träxler "aufsichtsrechtlich ohne Belang". Die Bank sei dadurch lediglich "in ein schöneres Kleid" gehüllt worden, diese "Verrechnungsverbindlichkeit" sei aber auch in der AVB weiterhin in der BAWAG-Gruppe geblieben. (APA)