Graz - Das obersteirische Frauenhaus Kapfenberg hat nun einen neuen Betreiber und ist in "Frauenschutzzentrum Kapfenberg" umbenannt worden. Das teilte das Büro des steirischen Soziallandesrats und LHStv. Kurt Flecker am Freitag in einer Aussendung mit. Damit solle nun Ruhe einkehren, nachdem das Frauenhaus im Vorjahr von Mitarbeiterinnen-Fluktuationen geprägt worden war.

"Gerade Frauen mit Gewalterfahrung oder Angst brauchen Ruhe und Stabilität. Diese werden sie zukünftig hier finden", erklärte Flecker in Bezug auf die Turbulenzen im Vorjahr. Seit seiner Eröffnung im März 2005 war das Frauenhaus von Personalwechseln geprägt: U.a. mussten im vergangenen Herbst sechs Frauen gehen, da sie sich "illoyal" verhalten und angeblich in ihrer Dienstzeit an der Gründung einer neuen Trägerschaft gearbeitet hätten.

Zwei Drittel der alten Belegschaft bleibt

Die neue Leiterin des Frauenschutzzentrums Kapfenberg, Hilde Scheikl, erklärte, es sei wichtig, Mitarbeiterinnen Teil haben zu lassen an Zielformulierungen und sie selbstständig im Rahmen des Konzepts arbeiten zu lassen. Ein Motivieren sei stark über Arbeitsrahmenbedingungen möglich, "z.B. muss man schauen, wie weit sind flexiblere Arbeitszeiten möglich". Mit der neuen Leiterin blieben etwa zwei Drittel der alten Belegschaft im Haus, "einige wollten sich natürlich auch verändern" oder hätten sowieso einen Dienstvertrag in Graz gehabt.

Breiteres Angebot und bessere Vernetzung

Scheikl berichtete, das Beratungsangebot solle ausgeweitet werden für Frauen, "die sich bedroht fühlen, aber das Frauenhaus noch nicht kontaktieren wollen." Viele wüssten nicht, ob sie das Frauenhaus schon brauchen würden, da manche gar nicht über das Angebot bescheid wüssten oder es bestünde eine Hemmschwelle.

Geplant sei auch eine stärkere Vernetzung mit regionalen Einrichtungen und somit die Möglichkeit, einzelne Beratungseinheiten in entfernteren Regionen vor Ort führen zu können. "Ich komme aus Krieglach und weiß, wie schwer es ist, für die regionale Bevölkerung ein Angebot zu erhalten - das steht im Vordergrund meiner Arbeit", so die neue Leiterin, die bereits in der Beratungsstelle des Frauenhauses sowie u.a. für den Verein Mafalda in Graz tätig war. (APA)