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Foto: APA/Pichlkostner
Klaus Eberhartinger, der 56-jährige Frontman der Band EAV, kürte sich am Freitagabend an der Seite der Profitänzerin Kelly Kainz zum "Dancing Star 2007". Eberhartinger, dem im finalen Showtanz, einer witzigen Blues-Brothers-Hommage von seiner Partnerin die Hosen hinunter gezogen wurden, trat damit die Nachfolge von Marika Lichter und Manuel Ortega an, die die ersten beiden Staffeln gewonnen hatten. Für Kelly Kainz war es nach dem Vorjahressieg bereits das Double, ihr Gatte Andy Kainz hatte 2005 gewonnen.

Als Sieger fühlte sich auch der ORF, der sich über hervorragende Quoten freute. Die mehrteilige Final-Show am Freitag erreichte Spitzen bis zu 1.574.000 Zuseherinnen und Zuseher, bei der ersten Entscheidungssendung waren durchschnittlich 1.484.000 Zuschauer dabei, der Marktanteil bei der letzten Entscheidung betrug 61 Prozent. Sogar die samstägige Sendung "Dancing Stars - Die Highlights aus 3 Staffeln" erreichte durchschnittlich 931.000 Zuschauer und einen Spitzenwert von 1,101 Millionen, nur geringfügig weniger - bis zu 948.000, Marktanteil 56 Prozent - verfolgten anschließend live "Die Traumhochzeit" der Profi-Tänzer Alice Guschelbauer und Balazs Ekker.

Neuauflage mit "Mutationen"

Bereits unmittelbar nach dem Finale versicherte ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz der APA, dass man das Format "sicher nicht aus der Hand" geben werde. Man wisse zwar noch nicht, wann und wie die nächste Staffel aussehen werde, aber eine Neuauflage "mit einigen Mutationen" schloss er weder für 2007 noch für 2008 aus. Die dritte Staffel sei "die Beste gewesen, die wir bisher hatten", weil man vor allem die Jugend dazugewonnen habe. Und Unterhaltungschef Edgar Böhm antwortet im Sonntags-"Kurier" auf die Frage nach einer vierten Staffel: "Ja, nur wann, das ist noch offen. Wir wären verrückt, würden wir eine solche Familienshow auslaufen lassen."

Mit Eberhartinger, dessen Siegeslauf nicht einmal eine gebrochene Rippe stoppen konnte, gewann der Publikumsliebling, nicht der Favorit der Jury. Der war Ö3-Moderator Peter L. Eppinger, der sich trotz zweimaliger Höchstnote von 40 Punkten und einer fetzigen Robbie-Williams-Performance geschlagen geben musste. "Genießt diesen Moment", freute er sich für die Sieger. Er selbst genoss privates Glück. Erstmals seit vielen Jahren saßen seine geschiedenen Eltern an einem Tisch: "Wir haben heute ein Foto gemacht, wo mein Vater und meine Mutter gemeinsam darauf sind, das gab es seit meiner Kindheit nicht." Als erste hatte Sängerin Zabine Kapfinger mit ihrem Tanzpartner Alexander Zaglmaier das Tanzparkett räumen müssen.

Eberhartinger: "Nicht der Beste hat gewonnen"

"Mir ist klar, dass nicht unbedingt der beste Tänzer gewonnen hat. Es ist halt vor allem eine Unterhaltungssendung. Dem Tanzen nach hätten die anderen vor mir sein müssen", analysierte Eberhartinger, "Bei den Proben zum Finale habe ich bemerkt, wie verbissen Eppinger und Zabine an die Sache herangehen. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen nicht zu sehr versuchen, gewinnen zu wollen. Das ist dann glaube ich auch bei der Show passiert: Ich war einfach ganz locker und habe mich damit abgefunden gehabt, dass die anderen gewinnen. Beim Publikum kommt aber wahrscheinlich mehr die Freude rüber, Verbissenheit nicht so. (...) Als mich beim letzten Tango Nina Proll und Steffi Graf liebevoll und schelmisch angegrinst haben, habe ich gedacht: 'Warum sollte man beim Tango nicht lachen?' Daraufhin habe ich ihn getanzt, als ob ich ihn karikieren würde..."

Eberhartinger auf ATV

Bereits in der kommenden Woche dreht der Sänger erneut - diesmal aber bei der Konkurrenz. Für die neue ATV-Sendung "Quiz Champion" wird er ebenso dabei sein wie in der ORF-Sendung "Was gibt's Neues". Eberhartingers Fazit: "Es war natürlich lustig, aber für mich auch sehr anstrengend. Die ganze Sache fordert sehr viel Energie und Zeit, auch Herzblut, aber natürlich habe ich mich dann schon sehr gefreut, weil es ein Sympathiebeweis ist. Allerdings bin ich nicht in einer Situation, wo ich auf diesem Sieg etwas aufbauen kann. Im Gegenteil. Viel Arbeit hat sich aufgestaut, eine ganze EAV-Platte wartet darauf, produziert zu werden." (APA)