Schon tönen sie in Klagenfurt, das Stadion werde nach der EURO 2008 nicht von 30.000 auf rund 16.000 Sitzplätze rückgebaut, sondern einer gloriosen Mannschaft Heimstatt für den UEFA-Cup und mehr sein. Der FC Kärnten hat nicht einmal die Lizenz für die Red-Zac-Liga zusammengebracht, aber Walter Schachner spricht in den steirischen Zeitungen bereits davon, aus den Spielern des FCK alt, Paschings und des GAK eine große neue Mannschaft zu formen. Der Trainer keilt auch GAK-Spieler, die dem Ding freilich nicht ganz trauen und lieber bei Sturm in der T-Mobile-Liga spielen würden.

Schachner war einer der Faktoren, der den GAK in den Konkurs trieb. Seine Rolle ist vergleichbar mit jener Kurt Jaras, der beim FC Tirol knapp vor dem Crash ging. Beide wurden mit überteuerten Mannschaften Meister, nur brachte Jara im Europacup weniger zusammen als Schachner.

Wenn verdiente Kicker wie Herbert Prohaska, Hans Krankl, Schachner oder Jara Trainer werden, nehmen sie den Heiligenschein mit und sind in der Öffentlichkeit sakrosankt. Auch wenn sie als Trainer international nichts erreicht haben. Warum? Sie mussten mit fixen Budgets auskommen, waren von der Qualität ihrer Arbeit abhängig.

Schachner treibt die Preise in Graz in die Höhe und wärmt sich am Lagerfeuer des Kärntner Größenwahns. Es wäre schön, wenn im neuen Stadion eine gute Mannschaft spielt. Aber ein modernes Stadion ist keine Überlebensgarantie. Siehe Tirol, von den Grazer Klubs gar nicht zu reden.

Liga-Präsident und -Vorstand finden, "die Idee hat Charme". Vielleicht sollten die Herren Martin Pucher und Georg Pangl ihre Idee vom Charme in einem Aufwaschen mit der Lizenz einer Verschärfung unterziehen: Charme ist nicht, wenn man trotzdem lacht. (Johann Skocek, DER STANDARD Printausgabe 07.05.2007)