Rom - Der italienische Innenminister Giuliano Amato drängt auf die Einführung von Strafen für Kunden von Prostituierten. "Viele Ausländerinnen kommen nach Italien und gehen auf den Strich. Wenn es keine Kunden gäbe, wäre die Prostitution kein Problem", sagte der Minister nach Angaben italienischer Medien vom Samstag. Er will sich an Schweden ein Beispiel nehmen, wo die Prostitution per Gesetz verboten wurde.

Prostitution nicht verboten, aber Ausnutzung

Die Bekämpfung der Straßenprostitution sorgt in Italien für Diskussionen. Der Polizeichef von Rom, Achille Serra, hat vor kurzem "Aktion scharf" gegen den Straßenstrich in der Ewigen Stadt gestartet: Videokameras sollen rund um die Uhr die Straßen filmen, in denen die Frauen mit Autofahrern verhandeln. Die Bilder sollen in die Polizeizentrale gehen, wo die Kennzeichen der Interessenten aufgenommen werden. Der Fahrzeughalter soll dann zur Kasse gebeten werden. Die Strafen würden in diesen Fällen wegen Verstoßes gegen das Halteverbot verhängt. Prostitution an sich ist in Italien nicht verboten, wohl aber die Ausnutzung von Prostituierten.

Bordelle öffnen wieder

In den vergangenen Monaten hatte sich Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi mit der Wiedereröffnung der in den fünfziger Jahren abgeschafften Bordelle einverstanden erklärt, um die Prostituierten von den Straßen zu verbannen. Sein Vorschlag hatte allerdings vor allem in katholischen Kreisen für helle Empörung gesorgt. (APA)