Immer wieder versuchen vor allem professionelle Marktteilnehmer eine Performance zu erzielen, die besser ausfällt als bei einem Investment in die bekannten Aktienindizes (bspw. per Index-Tracker). Speziell in den USA gibt es dabei eine Reihe von Experten, die dies in den letzten Jahren sehr erfolgreich gemacht haben. Bekannte Beispiele sind Warren Buffett oder auch Benjamin Graham. Dabei konzentrieren sich solche Investoren oft auf „Value“-Werte. Zur Auswahl werden oft dividendenstarke und/oder fundamental preiswerte Titel herangezogen. Diese Titelauswahl bringt dann langfristig oftmals einen echten Mehrwert für den Anleger. Allerdings muss sich der Anlagezeitraum dafür über verschiedene Börsenphasen (Hausse und Baisse) erstrecken. Denn gerade in einem schwachen Börsenumfeld entwickeln sich auf diese Weise herausgepickte Titel in der Regel besser als die Benchmark.

Im aktuellen Umfeld haben derartige Strategien Probleme, speziell wenn sie in einem Wettlauf gegen den DAX antreten. Dieser Index läuft aktuell sehr dynamisch nach oben und lässt beispielsweise den DivDAX „alt“ aussehen. Im letzten Monat kletterte der DAX um 7,1 Prozent, der DivDAX „nur“ um 5,6 Prozent. Anleger, die in eines der zahlreichen „Alpha“-Papiere investiert sind, sitzen somit gegenwärtig auf (überschaubaren) Verlusten. Doch davon sollten sich die Investoren nicht abschrecken lassen: Langfristig wird die Strategie aufgehen, da der DAX in schwachen Börsenphasen normalerweise deutlich schlechter läuft als sein kleiner Bruder DivDAX. Geduld ist also angesagt.

Die Langfristigkeit muss den Investoren auch bei den „Value Strategy Index“-Zertifikaten von ABN Amro bewusst sein. Grundlage dieser auf Deutschland (ISIN DE 000 AA0 G6R 9), Europa (ISIN DE 000 AA0 G6U 3), Schweiz (ISIN DE 000 AA0 G6S 7) und USA (ISIN DE 000 AA0 G6T 5) verfügbaren Produkte ist die „Zauberformel“ des Hedgefunds-Managers und Universitätsprofessors Joel Greenblatt. Maßgeblich sind dabei lediglich zwei Kennzahlen: Gewinnrendite und Kapitalrendite. Die Gewinnrendite setzt den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) ins Verhältnis zur Marktkapitalisierung zuzüglich der zinspflichtigen Steuern. Die Kapitalrendite ist das Verhältnis des EBIT zum Kapitaleinsatz, womit man die Effektivität des investierten Kapitals berechnen kann. In den entsprechenden Index kommen beim Deutschland-Zertifikat die 20 Titel mit der besten Kennzahl, die aus den beiden Werten ermittelt wird. Grunduniversum sind dabei die 110 Werte des HDAX. Im Index werden dann alle Werte mit je fünf Prozent investiert, bei jährlicher Überprüfung und voller Anrechnung der Dividenden. Dem steht eine jährliche Managementgebühr von akzeptablen 1,25 Prozent gegenüber.

ZJ-Fazit: Kurzfristig sollte man von der Strategie keine Wunderdinge erwarten, da die mit Technologiewerten bestückten Indizes gegenwärtig die Nase vorn haben. Langfristig sollte die in der Historie erzielte Outperformance anhalten. Die vier Produkte, welche exklusiv beim Discount-Broker Flatex mit einem auf ein Prozent reduzierten Agio angeboten werden, können jedoch als Basisinvestments für die jeweiligen Märkte gut eingesetzt werden.