Hamburg/Wien - Der Kaffehändler Tchibo macht in Deutschland nach dem herben Gewinneinbruch im Geschäftsjahr 2006 Ernst mit der angekündigten Rückbesinnung auf das Kaffee-Geschäft: Der Hamburger Röster übernimmt ab 1. Juni die Kaffee-Versorgung in allen 360 deutschen Nordsee-Restaurants. Das teilten beide Firmen am Montag in Hamburg mit. "Wir wollten die Qualität und Inszenierung unseres Kaffeeangebots deutlich verbessern", erklärte Nordsee-Geschäftsführer Christof Becker. Diese Vereinbarung gilt nur für Deutschland.

"In Österreich ist eine Kooperation zwischen Tchibo und Nordsee noch nicht aktuell", sagte die Pressesprecherin der Eduscho (Austria) GmbH, Teresa Adler, am Montag zur APA. Der Verkauf der sogenannten Tchibo-Warenwelten, also Nicht-Kaffeeware vom Handtuch bis zum T-Shirt, ist auch bei den deutschen Nordsee-Filialen nicht vorgesehen.

Gewinn- und Umsatzeinbruch

Tchibo hatte vergangene Woche bei der Bilanz-Pressekonferenz den ersten Gewinn- und Umsatzeinbruch seit fast 10 Jahren eingeräumt. Grund waren Probleme mit den Handelswaren. Der neue Vorstandschef Arno Mahlert kündigte daraufhin an, Kaffee werde wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Das operative Ergebnis bei Tchibo sank 2006 um 37 Prozent auf 143 Mio. Euro.

"In Österreich haben wir das Jahr 2007 im Non-Food-Bereich plangemäß gestartet - mit zahlreichen Themen wie etwa der Einführung unserer Mobilfunkangebote ist es uns im vergangenen Jahr gelungen, unsere Kunden sehr erfolgreich zu überraschen", teilte der Geschäftsführer von Tchibo/Eduscho Österreich, Harald Mayer, mit. Einen weiteren Schwerpunkt im Nicht-Kaffee-Bereich bildet heuer die Einführung der neuen Modemarke "Mitch & Co" des Designers Michael Michalsky am 6. Juni. (APA/AP)