Wien - Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat sich durch den Rückzug aus dem Einstiegssegment bei LCD-Fernsehern einen Imagewandel verpasst und will mit größeren Flachbildschirmen, hoher Auflösung sowie verbessertem Design punkten - bisher mit unterschiedlichem Erfolg. "Österreich ist ein Stück weit stiefmütterlich behandelt worden, nun wollen wir unser Engagement verstärken", erklärte der für Deutschland und Österreich zuständige Sharp Electronics-Geschäftsführer Frank Bolten am Montag Abend.

Der Marktanteil bei LCD-Fernsehern liege in Österreich bei 5,4 Prozent und sei damit nur halb so hoch wie in Deutschland. Der Umsatz konnte durch die Neuausrichtung allerdings um rund 50 Prozent gesteigert werden. "Dennoch müssen wir die qualitative Position hier zu Lande noch ausbauen, weil bei Fernsehern nicht nur die Funktion zählt. Im Einstiegssegment gibt es keine echte Wertschöpfung, das ist reine Umsatzknüppelei. Darum haben wir uns aus diesem Bereich zurückgezogen", so Bolten.

Nummer zwei in Österreich

Das Unternehmen hat sich schon vor mehreren Jahren vom Plasma-Geschäft verabschiedet und setzt seitdem ganz auf LCD-Bildschirme. Die Röhrenproduktion wurde 2004 aufgegeben. In Europa liegt Sharp laut den Angaben hinter Samsung, Philips und Sony und teilt sich Platz vier mit LG Electronics. Im Bereich Full-HD (Auflösung von 1.920 mal 1.080 Zeilen) sei Sharp bereits Nummer eins in Deutschland und - hinter Sony - Nummer zwei in Österreich, sagte Bolten.

Die Österreich-Niederlassung beschäftigt 15 Mitarbeiter in den drei Segmenten LCD-Fernseher, Solarsysteme sowie Lösungen zur Dokumentenbearbeitung und setzt laut Branchenschätzungen rund 25 Mio. Euro um. Der Gesamtkonzern hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2006 (per 31. März 2007) um 11,8 Prozent auf 19,45 Mrd. Euro gesteigert. Der operative Gewinn kletterte um 13,9 Prozent auf 1,16 Mrd. Euro. (APA)