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Der Cobra gelang es den Niederösterreicher nach über zwei Stunden zu überwältigen. Der Mann leistete keinen Widerstand

Foto: APA/FRANZ GRUBER

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Spezialeinheiten sperrten das Gebiet um das Zeitungsgebäude

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Wien - Wien - Die Rückkehr der Stieftochter in sein Haus wollte ein 57-jähriger Niederösterreicher erzwingen, der sich Mittwoch früh mit einer angeblichen Kofferbombe im Foyer des Pressehauses in Wien-Döbling verschanzt hatte. Der Verdächtige habe nicht auf das hohe Kostgeld der 24-jährigen Frau verzichten wollen und sei deshalb in das Gebäude der Kronenzeitung eingedrungen, erklärte Gerhard Haimeder von der Kriminaldirektion 1. Rund zwei Stunden später wurde der stark alkoholisierte Mann überwältigt und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Mitarbeiter wurden in Sicherheit gebracht

Der spektakuläre Großeinsatz der Polizei war um 5.21 Uhr ausgelöst worden. Innerhalb von Minuten war das Gebiet großräumig abgesperrt, Einsatzkräfte der Cobra und der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (Wega) wurden angefordert. Einige Mitarbeiter der Krone-Kantine und Reinigungspersonal wurden in Sicherheit gebracht.

In den Verhandlungen kristallisierte sich heraus, dass es in der Familie des Täters finanzielle Probleme gibt. Deshalb wollte der 57-Jährige offenbar nicht auf die monatlichen Zahlungen der Stieftochter verzichten. Der Mann verlangte außerdem, den Journalisten Michael Jeannée zu sprechen. Er behauptete, dass sich in seinem Koffer eine Bombe befinde, und drohte, sich in die Luft zu sprengen. Er bot den Verhandlern sogar an, den Sprengsatz zu zeigen.

Treffen mit Tochter

Kurz vor 7.30 Uhr wurde ein Treffen des Mannes mit der Stieftochter vereinbart, "diesen Moment nützten wir zum Zugriff", schilderte Cobra- Einsatzleiter Thomas Pinkel. Der Verdächtige wurde festgenommen, Widerstand leistete er nicht. Sein Koffer war leer.

Stark Alkohlisiert Eine anschließend durchgeführte Befragung musste auf Grund der Alkoholisierung des Mannes abgebrochen werden. Er hatte zum Zeitpunkt der Festnahme mehr als ein Promille Alkohol im Blut. Der 57-Jährige gab an, Lungenprobleme zu haben und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wie Gerhard Haimeder, Leiter der KD1, berichtete. Ein Haftbefehl sei bereits erlassen, in eine andere Richtung werde nicht mehr ermittelt.

Der Polizeieinsatz löste umfangreiche Staus im Frühverkehr aus. Die Muthgasse zwischen Gunoldstraße und Mooslackengasse sowie die Gunoldstraße zwischen Heiligenstädter Straße und Heiligenstädter Brücke waren gesperrt. Erst am Vormittag löste sich das Verkehrschaos wieder auf. (APA)