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"Boys, keep an eye on this autralian guy!" - Ottawa-Coach Bryan Murray spricht mit den seinigen.

Foto: APA/AP/Hayward
Wien/Buffalo - 20 Minuten haben den Buffalo Sabres im Vorjahr gefehlt, um ins Finale um den Stanley Cup einzuziehen. In Spiel sieben des Conference-Finales verspielten die Sabres im Schlussdrittel gegen den späteren NHL-Champion Carolina Hurricanes eine 2:1-Führung und schieden aus. Heuer soll endlich der begehrteste Pokal im Eishockey nach Buffalo geholt werden, im Finale der Eastern Conference ab Donnerstag allerdings wartet ein emotionsgeladenes Duell auf den Österreicher Thomas Vanek und seine Kollegen: Buffalo bekommt es in der "best-of-seven"-NHL-Halbfinalserie mit den Ottawa Senators zu tun.

Ein gewaltiger Check

21 Mal sind die zwei Klubs an beiden Seiten der New York-Ontario-Grenze in zwei Saisonen aufeinander getroffen und haben eine intensive Rivalität entwickelt. Im Vorjahr setzte Ottawas Peter Schaefer Sabres-Center Tim Conolly mit einem Check für fast ein Jahr außer Gefecht, im NHL-Viertelfinale stiegen die Sabres dank eines Unterzahl-Treffers von Jason Pominville in der Verlängerung von Spiel fünf am Scotiabank-Place von Ottawa auf. Am 22. Februar 2007 eskalierte die Partie nach einem bösen Check von Chris Neil gegen Buffalo-Kapitän Chris Drury, es folgte eine Massenschlägerei von zwölf Spielern inklusive Torhüter und einer 10.000 Dollar-Strafe für Buffalo-Trainer Lindy Ruff, weil er seine Männer fürs Grobe zur Schlägerei aufgefordert hatte.

"Böses Blut ist bereits vor der Serie da", weiß Vanek. Ein heißes Duell verspricht aber auch ein Blick auf die sportlichen Voraussetzungen. Es treffen die beiden torgefährlichsten Mannschaften der Liga mit einem attraktiven Stil aufeinander. "Ottawa ist eine ähnliche Mannschaft wie wir. Die Senators spielen auch sehr schnell, schalten zwischen Angriff und Abwehr schnell um. Es wird eine sehr harte Serie", erklärte Vanek.

Vanek trifft gern gegen Senators

Der 23-jährige Steirer ist in den jüngsten Spielen gegen die Senators richtig warm geworden. In seinem ersten NHL-Jahr 2005/06 kam Vanek gegen Ottawa in neun Spielen zu keinem einzigen Treffer und musste während der Playoff-Serie gegen die Kanadier den Platz auf dem Eis mit jenem auf der Tribüne tauschen. Im Februar 2007 allerdings erzielte der Torjäger in drei Spielen fünf seiner insgesamt 43 Tore.

Im laufenden Playoff hat Vanek gegen die beiden New Yorker Teams Islanders und Rangers fünfmal zugeschlagen, Drury schon siebenmal. Auf der anderen Seite steht aber die bisher gefährlichste Linie im Playoff. Center Jason Spezza und seine Flügel Daniel Alfredsson und Dany Heatley haben gegen die Pittsburgh Penguins und New Jersey Devils in 10 Spielen zusammen 16 Tore erzielt.

"Es gibt eine lange Geschichte"

"Das sind Voraussetzungen für eine unglaubliche Playoff-Serie. Es gibt eine lange Geschichte, aber ob das die Spiele beeinflusst, weiß ich nicht", meinte Buffalo-Trainer Ruff, der betont, dass die Vorfälle längst Vergangenheit sind.

Die Senators sind jedenfalls auf Revanche für die Niederlage im Vorjahr aus. Sie haben Lehren daraus gezogen und sind nun auch defensiv stärker. Allerdings haben sie im Playoff die Sabres noch nie eliminiert, auch 1997 und 1999 unterlag Ottawa.

Die Mannschaft von Bryan Murray ist die letzte Hoffnung der Kanadier, erstmals seit den Montreal Canadiens 1993 den Stanley Cup wieder ins Eishockey-Mutterland zu holen. Die nach 60-jähriger Pause 1992 wieder in die NHL eingestiegenen Senators sind jedoch noch nie in der Neuzeit über ein Conference-Finale hinaus gekommen. Die Sabres standen schon zweimal im Finale um den Stanley Cup, haben aber den Pokal weder 1975 noch 1999 geholt.(APA)