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Julius Meinl V

Foto: AP/Zak
Wien - Die Meinl-Gruppe bringt in Kürze auch ihre Schokoladen-Tochter Kandia-Excelent an die Börse. Nach der "Meinl European Land" und - erst vor kurzem - der "Meinl Airports International" - soll noch im Juni der rumänische Süßwarenhersteller Kandia-Excelent an die Börsen Wien und Bukarest kommen. Dies bestätigte Unternehmenschef Julius Meinl V. vor Journalisten. Das Emissionsvolumen solle rund 100 Mio. Euro betragen. Begleitet werde das Listing von der Raiffeisen Centro Bank (RCB). Beim Going-public werde Meinl die Mehrheit abgeben und zirka 30 Prozent behalten.

Kandia-Excelent gehört zur großen Mehrheit der Meinl-eigenen Investmentholding Fulcrum. Bereits im Geschäftsbericht 2005 hatte die Meinl Bank die Absicht anklingen lassen, ein Going-public vorzunehmen: "Auf Grund der sich bietenden Marktchancen hat die Bank in der Berichtsperiode beschlossen, Fulcrum als Süßwarenholding zu relaunchen und ein IPO vorzubereiten", hatte es dort geheißen.

120 Jahre Confiserie-Erfahrung

Kandia-Excelent kann nach eigenen Angaben auf 120 Jahre Erfahrung in Sachen Confiserie verweisen. Vor 1945 hat ein Teil des später fusionierten Unternehmens über die Julius Meinl Temesvar bereits der Industriellenfamilie gehört. Laut Julius Meinl stellt das Unternehmen pro Jahr 4 1/2 Mio. Schoko-Riegel her - etwa die "ROM"-Schokolade - und kommt damit auf 40 Prozent Marktanteil im Land. Der dortige Süßwarenmarkt gehe sehr gut und habe noch sehr gute Wachstumschancen, sagte Julius Meinl am Dienstagabend vor Journalisten. 2005 hatte der Schoko-Markt knapp 24.000 t ausgemacht, zuletzt gingen Marktschätzungen von jährlich 150 Mio. Euro Volumen aus.

Im Gesamtjahr 2006 setzte Kandia-Excelent umgerechnet 34,7 Mio. Euro (122,4 Mio. Ron) um. Im Jahr 2003 war Excelent mit Kandia Timisoara zusammengegangen. Bereits vor dem Merger war Excelent größter Anteilseigner an Kandia gewesen, nachdem man im selben Jahr die Mehrheit an dem Unternehmen vom Rita Handelsges. Investment Fund übernommen hatte. Nach dem Deal schloss Excelent die Schokofabrik von Kandia in Timisoara und verlagerte die Produktion nach Bukarest. Die dortigen hochmodernen Anlagen wurden laut Julius Meinl mit Hilfe der Expertise von früheren Kraft-Foods-Mitarbeitern erstellt.

Nach rumänischen Berichten wird Kandia-Excelent zu 93,12 Prozent von der Meinl Bank kontrolliert, davon zu 9,16 Prozent direkt und zum Rest (83,96 Prozent) über Axis Investments. Axis ist das Investment-Vehikel der Fulcrum N.V., die zur Meinl Bank gehört. 17 Prozent an Kandia-Excelent hatte Fulcrum nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Rompres erst im Vorjahr für 17 Mio. Euro dem libanesischen Geschäftsmann Fathi Taher abgekauft, und weitere 9,1 Prozent erwarb Meinl demzufolge im Vorjahr für 2,1 Mio. Euro hinzu. (APA)