Wien - Die auch im Banken-Untersuchungs-Ausschuss am Montag dieser Woche wieder erhobene Frage: "Warum gingen Flöttls Geschäfte mit der Bawag schief, mit der Meinl-Bank hingegen gut?", lässt sich für Meinl-Bank-Chef Julius Meinl V. leicht beantworten: "Wir haben immer gewusst, was wir in der Hand haben - ein Haus, ein Flugzeug. Wir hatten keine spekulative Beziehung mit Herrn Wolfgang Flöttl junior", betont der Banker. Hätte man im Jahr vor Auffliegen des wahren Bawag-Desasters mehr gewusst, hätte man sich die so genannte "Yacht-Affäre" sicher erspart, meinte Meinl. Im August 2005 waren Flöttl jun. und der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser in Kroatien Gäste auf Meinls Yacht gewesen.

Zum damaligen Zeitpunkt habe er "nicht gewusst, welcher Schaden da angerichtet wurde", beim Bawag-Desaster, "sonst hätte ich Herrn Flöttl und den Herrn Finanzminister nicht zusammengebracht", betonte Julius Meinl V. bei einem Hintergrundgespräch zur Bilanz seiner Bank. Eine "verschwörerische Absicht" sei jedenfalls nicht dahinter gesteckt. Im übrigen sei Grasser ohnedies "anderweitig beschäftigt" gewesen; der habe sich nämlich vornehmlich seiner künftigen Gattin Fiona Swarovski gewidmet. Grasser war im Sommer 2006 wegen des damals bekannt gewordenen Yacht-Ausflugs stark unter politischen Beschuss geraten. Vorwürfe der Unvereinbarkeit wies der Minister zurück, die Bankenaufsicht sei seit 2002 weisungsfrei und unabhängig.

Umfrage

Die Kunden der Meinl-Bank hätten die Yacht-Affäre und die damit verbundene wochenlange Präsenz der Privatbank in den Medien durchaus zwiespältig gesehen, räumte der Banker ein. Meinl erinnerte an eine Market-Umfrage, wonach dies 55 Prozent der Österreicher in Ordnung gefunden hätten: "Das fanden auch unsere Kunden so, fifty-fifty."

Was die Meinl-Bank besser gemacht habe als die Bawag, die mit Geschäften mit Wolfgang Flöttl jun. viel Geld verloren hat? "Wir haben halt unsere Bank ordentlich geführt", so Julius Meinl V.: "Und es waren keine anderen Interessen im Spiel - wie es offenbar die Bawag nötig hatte zu tun." "Und wir haben auch immer mit den Aufsichtsbehörden zusammengearbeitet", ergänzt der 47-Jährige. Mit Flöttl junior sei er bereits seit 25 Jahren bekannt - "den kenne ich aus New York" -, daher habe er auch nichts an der Einladung gefunden. (APA)