Paris - Nach der Wahl des Konservativen Nicolas Sarkozy zum neuen Staatspräsidenten haben sich die nächtlichen Krawalle in Frankreich laut der Regierung abgeschwächt. Innenminister Francois Baroin sprach am Mittwochvormittag im Rundfunksender France Info von noch etwa 200 Autos, die in der Nacht angezündet worden seien. Am Vortag waren es laut Polizei 365 gewesen, von Sonntag auf Montag 730.

Es habe in der Nacht auf Mittwoch noch 80 Festnahmen gegeben, sagte Baroin, nach 160 am Vortag und fast 600 in der Wahlnacht. Damit sei die Gewalt "im Absinken", sagte Baroin. Er bezeichnete die Brandstiftungen und gewaltsamen Proteste von Sarkozy-Gegnern als "nicht akzeptabel".

Die Franzosen hatten am Sonntag seinen Vorgänger im Amt des Innenministers mit gut 53 Prozent der Stimmen zum Staatsoberhaupt gewählt. Auch wenn Anhänger der extremen Linken vom Ausgang der Präsidentschaftswahl enttäuscht seien, seien die Gewalttaten nicht zu rechtfertigen, sagte Baroin. "Die Polizei wird den Respekt gegenüber dem Rechtsstaat durchsetzen. (...) Wir werden die Situation nicht ausarten lassen."

200 bis 300 Demonstranten blockierten am Dienstagabend in Paris die Place de la Bastille und beschimpften Sarkozy als "Faschisten". Die mit starken Kräften angerückte Polizei sperrte den Platz weiträumig ab und benötigte zu seiner Räumung etwa zwei Stunden. In Lyon setzten Jugendliche ein Büro von Sarkozys Partei UMP in Brand. (APA/Reuters)