Bei dreizehnzwei widmen sich Andreas Heller und James Ireland "natürlicher" Kantenglättung.

Foto: dreizehnzwei
"supersampling-antialiasing" bezeichnet einen Grafikfilter, der pixelbasierte Bilder durch Weichzeichnung und Kantenglättung "natürlicher" erscheinen lässt. In der gleichnamigen Ausstellung bei dreizehnzwei erreichen Andreas Heller und James Ireland mit ihren Filtern wieder ganz andere Ziele.

"1961", "1967" und "2001" heißt die Serie von Andreas Heller, die einen dann auch gleich an den "Pol der Unzugänglichkeit" führt. Bezeichnet wird damit der von allen Küstenlinien am weitesten entfernte südliche Punkt der Erde, den man zunächst wegen seiner widrigen klimatischen Bedingungen als einen Ort der Unberührtheit imaginiert. Dass mit der Bezeichnung jenes Ortes der Unberührtheit jedoch schon bald territoriale Machtansprüche einhergingen, zeigt ein näherer Blick auf die vom Künstler versammelten Karten, die den Ort seit 1958 als im Besitz der ehemaligen UdSSR ausweisen.

Während Andreas Heller hier allein den kartografischen Filter benutzt, um mit allzu romantischen Naturvorstellungen zu brechen, löst er die mit den Kupferstichen steirischer Landschaften verbundenen Romantizismen via Blaupause auf.

"Blueprints for a Blackout" nennt der Künstler die Serie, in der die abstrahierten blauen Linien nicht mehr viel vom ursprünglich symbolgeladenen Gehalt der Bilder erzählen.

Anders als seine Abstraktionen, die das Atmosphärische des Ausgangsmaterials auf ein Minimum reduzieren, funktionieren wiederum die Arbeiten von James Ireland: "Waiting For The Moon To Rise" heißt nur eine seiner ebenfalls sehr minimalistisch anmutenden Skulpturen, die den Betrachter in den Räumen von dreizehnzwei durch eine blaue Glasscheibe in den Himmel und weit darüber hinaus blicken lässt. (cb/ DER STANDARD, Printausgabe, 10.05.2007)