Innsbruck - "Ich würde mir wünschen, dass an diesem Projekt mit ähnlichem Tempo gearbeitet würde wie bei neuen Straßen- oder Tunnelbauten", sagt Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser. Vor knapp sieben Wochen hat Verkehrsminister Werner Faymann die Einhausung der Autobahn bei Amras als eines der prioritären Vorhaben in Österreich präsentiert - nachdem die Anrainer, zuletzt mit Unterstützung des Transitforums, nach jahrelangem Einsatz eine Einhausung (statt einer wenig wirksamen Lärmschutzwand) auf der stark belasteten Inntal-Brennerroute durchsetzen konnten.

Aber seit der Zusage des Ministeriums haben Anrainer und Transitforum nichts mehr gehört. "Es ist verdächtig ruhig geworden", meint Gurgiser. Noch gibt es - wie die Asfinag dem STANDARD bestätigt - keinen Entwurf für einen Vertrag mit der Stadt Innsbruck und dem Land, obwohl ein konkretes Einhausungsprojekt vor einem Jahr, Mai 2006, intern präsentiert wurde. Anfang April haben die Bürgermeisterin und der Landeshauptmann in einem gemeinsamen Brief an Faymann die finanzielle Beteiligung mit je zehn Prozent an diesem "für den Tiroler Zentralraum so wichtigen Vorhaben" bestätigt. Im Büro des Verkehrsministers heißt es: "Das Projekt ist auf Schiene. Baubeginn ist 2008."

Ultimatum

Diesen Dienstag hat das Transitforum der Asfinag schriftlich ein Ultimatum gestellt, denn "mit jedem Tag Verzögerung sorgen 70.000 Kraftfahrzeuge dafür, dass die Anrainer in zehn Metern Entfernung schutzlos 80 Dezibel Dauerschallpegel ausgesetzt werden." Innerhalb dieser Woche erwarten die Anrainervertreter eine "Kontaktaufnahme", andernfalls werde mit Vorbereitungen zu einer "Bürgerversammlung" - auf der Autobahn - begonnen.

Klaus Fink, Geschäftsführer der Asfinag Alpenstraßen AG in Tirol, sagt dazu: "Ich verstehe das Drängen der Anrainer". Aber derzeit gebe es dazu öffentlich keine Informationen: Die Medien würden "rechtzeitig benachrichtigt". Laut Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl sei "für Ende Mai eine Bürgerinformationsveranstaltung in Amras geplant". Die Anrainer wissen davon nichts: "Mit uns hat niemand gesprochen", sagt Oliver Schuh. Auch im Landhaus weiß man über die Asfinag-Pläne nicht Bescheid: "Ich habe keine Neuigkeiten", sagt Landesrat Anton Steixner (ÖVP). (Benedikt Sauer/DER STANDARD-Printausgabe, 11.5.2007)