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Bereits auf dem Weg in das größte Land Lateinamerikas hatte der Papst Stellung zu einer Liberalisierung des Abtreibungsrechtes in Mexiko-Stadt genommen und damit für Aufsehen gesorgt.
Foto: APA/EPA/Claudio Onorati
Aparecida - Papst Benedikt XVI. ist nach seinem fünftägigen Besuch in Brasilien zurück nach Rom geflogen.

Zuvor hatte er am Sonntag die Lateinamerikanische Bischofskonferenz eröffnet und eine Freiluftmesse vor 150.000 Gläubigen gefeiert. Dabei prangerte er die Kluft zwischen Arm und Reich in Lateinamerika an, warnte die Priester zugleich jedoch davor, politisch aktiv zu werden. Pastorale Arbeit dürfe nicht mit Ideologie verwechselt werden, sagte der aus Bayern stammende Papst.

Gesundheitsminister stellt sich gegen Papst

Für seine Lateinamerikareise hatte der Papst mit Brasilien das Land ausgesucht, in dem mit 125 Millionen die meisten Katholikinnen und Katholiken weltweit leben. Die Führungsrolle der römisch-katholischen Kirche in dem von einem massiven Armutsgefälle geprägten Land ist jedoch immer stärker gefährdet. Die meisten BrasilianerInnen halten sich nicht an die katholische Sexualmoral, haben außerehelich Geschlechtsverkehr und verwenden Verhütungsmittel, die die Kirche ablehnt. Brasiliens Gesundheitsminister José Temporão hat sich zudem für eine Legalisierung der Abtreibung ausgesprochen, was der Vatikan strikt ablehnt.

Benedikt XVI. hatte während seines Besuchs mehrmals für traditionelle Familienwerte geworben, Sex vor der Ehe und Abtreibung hingegen angeprangert. Diese Botschaft wurde besonders von jungen Menschen mit äußerst gemischten Gefühlen aufgenommen. (Reuters)