Wien - Einer der höchst dotierten europäischen Forschungspreise, der Ernst Jung-Preis, ist am Freitag in Hamburg an den österreichischen Molekularbiologen Josef Penninger überreicht worden. Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert. Neben Penninger, er leitet das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien, wurden die beiden Frankfurter Kardiologen Andreas Zeiher und Stefanie Dimmeler mit dem Jung-Preis gewürdigt.

Penninger erhält die Auszeichnung für die Klärung der Bedeutung bestimmter Gene für den gesamten Organismus und für die Entstehung von Krankheiten. "Besonders eindrücklich war die Serie von Arbeiten, die im vergangenen Jahr über die Bedeutung der Sars-Coronavirus-Rezeptoren und das schwere akute Lungenversagen publiziert wurden", hieß es von Seiten der Juroren zur Zuerkennung des Preises.

Betonung der Teamarbeit

Josef Penninger nahm den Ernst Jung-Preis für Medizin ausdrücklich stellvertretend für seine gesamte Arbeitsgruppe entgegen. Er betonte die Bedeutung des Teamworks in der Forschung: "Es ist relativ einfach, sich eine Kathedrale im Kopf auszudenken. Um diese Kathedrale dann aber wirklich zu bauen, bedarf es der Arbeit vieler Leute, die alle einen wesentlichen Teil dazu beitragen", so der Forscher.

Die Stiftung fördert mit der Auszeichnung die medizinische Forschung in Bereichen, in denen sich experimentell erzielte Ergebnisse potenziell in klinisch wirksame Therapien umsetzen lassen. Die Auszeichnung wurde vor 40 Jahren von dem Hamburger Kaufmann und Reeder Ernst Jung gestiftet und wird seit 1976 jährlich vergeben. (APA)